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Achtung! Wenn ihr Geschichten in diesem Forum postet, wird zunächst mal angenommen, dass ihr KEIN Problem damit habt, wenn andere Leute daran mitschreiben! Das bedeutet, irgendeiner kann einsteigen und euren Faden der Geschichte aufnehmen und sie mit einem Part von seinem Charakter weiterschreiben. Wenn ihr das ausdrücklich NICHT wollt, macht bitte eine OOC Notiz im Beginn des Postings.



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 Das Feuer in dir - Momentaufnahmen Enarin 
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Enarin schleppte sich müde und etwas schwankend die Stufen hinauf. Seine Hand war auf die doppelte Größe angeschwollen und pochte, auch wenn Shinrai sich die größte Mühe gegeben hatte, sie zu heilen. Aber er kannte solche Verletzungen... Aristeides würde sich das morgen noch einmal ansehen müssen, damit er die Hand wieder richtig benutzen konnte... Er biss die Zähne zusammen und knurrte leise vor Schmerzen vor sich hin.

Er hatte sich nichts anmerken lassen, vor dem Bengel, aber nun zitterte er. Vor Wut und Schmerz. Es war eine dumme Idee gewesen dem kleinen einfach in den Magen zu schlagen, wo er doch eine massive Stahlrüstung trug und ... egal. Das war keine Idee gewesen, sondern der lüsterne Zorn, der sich in seinem Inneren ausgebreitet hatte und die Vernunft verschlang.

Enarin grinste innerlich und lachte leise. Er liebte dieses Gefühl. Der Moment in dem dich der Hass übermannt, dich zu allem fähig macht, den Schalter umlegt, die Umgebung verschwimmt, du das Pochen in deinen Lenden spürst und in jedem Muskel deines Körpers, als wärst du unbesiegbar...

...er leckte sich die Lippen und schmeckte das inzwischen getrocknete Blut darauf.

Kiminayu... ja das war der Name gewesen.

Er war enttäuscht darüber, dass der Daeva sich doch nicht dazu hatte hinreißen lassen, mit ihm ins Bett zu steigen. So ein Kampf, wie im der Welpe geliefert hatte war genau das richtige um ihn heiß zu machen.
Im Moment schwitzte er, weil es ihn Mühe und Anstrengung bereitete die Schmerzen zu ertragen...

Er kam vor Kinsey Tür an und machte sie einfach auf. Das Zimmer war dunkel, doch er sah die Umrisse im Fenster.
'Was geht ab?' fragte Kinsey und Enarin sah, wie er im Dunklen Zimmer saß, nur die Brillengläser und sein breites Grinsen reflektierten das Licht, das zur Tür hineinfiel.
'Halt die Klappe,' raunte Enarin knurrig und machte ein paar Schritte in den Raum... er roch die benebelnden Schwaden von viel zu harten Drogen und sah das breite Grinsen, welches kurz von einer Zunge verdeckt wurde, die erwartungsvoll über die Fangzähne strich.
'Komm, erzähl mal,' forderte der Beschwörer ihn auf. 'Ich glaube du hast was auf dem Herzen.' Die Reflektion in der Brille blitzte auf und verschob sich - Kinsey strich mit seinem Blick über den Körper seines Tribuns.

'Du glaubst gar nicht, wo ich was sitzen hab, dass ich loswerden muss,' knurrte Enarin. 'Ich zeigs dir.'
'Oh gut... und danach... reden wir.' Er lachte leise. 'Wie immer.'

Enarin knurrte leise und bedrohlich unter vor Erwartung gebleckten Fängen.
Die Tür fiel ins Schloss.

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09 Oct 2009, 05:06
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ooc: Ich hoffe ich vermassel hier nix. Sag einfach wenn es nicht hierhin gehört und ich lösch es :|
Danke an Myralis für korrekturlesen und editieren :)


- - - - -


Shinrai lag auf seinem schmalen, harten Bett. Er hatte die Augen geschlossen, doch er konnte nicht schlafen. Mehrere Gedanken schwirrten in seinem Kopf herum.

Es war ein seltsamer Tag, mit noch seltsamerem Abend gewesen.
Den ganzen Tag sammelte sich eine Wut in ihm, die er schon lange nicht mehr gespürt hatte. Die Niederlage gegen die Elyos und die abweisende, unbewusst beleidigende Art seines Bruders stachelten diese an.
Einzig seine Arbeit in der Schmiede und der Besuch von Xaliki dort war ein Lichtblick.
Wo er anfangs von ihrer Größe und ihrem Charakter eingeschüchtert war, wurde sie ihm nun eine gute Freundin und Ratgeberin.


Shinrai lächelte kurz, seufzte dann und rieb sich die Augen.

Der Abend... er hoffte Rikka in der Taverne zu treffen, doch sie war nicht da.
Auch Kinsey und Tajira gingen schon bald. Enarin verschwand irgendwohin mit Myralis.
Und so blieb er alleine mit Xaliki am Tresen, sie war eine angenehme Gesprächspartnerin.

Ein übel gelaunter Gladiator fing seine Aufmerksamkeit. Oh, wie oft hatte er so etwas schon gesehen. Zuerst wollte er den blonden Mann ignorieren, doch irgend etwas zog seinen Blick immer wieder auf ihn. Die seltsame Stimmung erlaubte ihm, mit Xaliki, einige Witze und spitze Bemerkungen über den Gladiator zu reißen.

Es war seltsam, Kiminayu, wie der Gladiator hieß, erinnerte ihn stark an Shandorian. Die Art und Weise wie er von dem Mann angeschaut wurde, ließ seine Mähne genauso zu Berge stehen und es machte sich ein seltsames Gefühl in der Magengegend breit. Bei diesem Blick wurde er nervös, doch anders als bei Shandorian, zog es ihn, wie eine Motte zum Licht, an.

Er wusste nicht wohin es führen würde, doch mit der seltsamen Laune, die ihn heute begleitet hatte, war er willig es zu erfahren.


Seine Lippen zuckten kurz zu einem Lächeln.

Doch da kam sein Bruder mit Myralis wieder in die Taverne und als er die Szene, in der Kiminayu nach Shinrais Nase schnappte, sah, wollte Enarin seinen kleinen Bruder verteidigen.
Es war beschämend und beleidigend. Sein großer Bruder traute ihm nichts zu.

Es ging alles recht schnell. Die Schlägerei in der Taverne konnte er, bevor es richtig eskaliert war, trotz seiner eigenen Wut verhindern. Doch den Kampf nicht all zu weit vom Ratsgebäude, konnte er nicht stoppen. Resigniert schaute er den Beiden zu, wie sie mit Fäusten auf einander ein droschen. Sein Bruder stachelte den anderen Gladiator immer weiter an.

Als der Kampf vorbei war konnte er seinen Augen nicht richtig trauen. Irgendetwas war nun zwischen den Beiden. Irgendetwas das Shins Wut … nein ... Eifersucht wieder entflammte.

Beide waren verletzt. Enarin schleppte den jungen Gladiator mit zum Legionshaus.
Shin versorgte die Wunden, er hatte sein Bestes versucht. Doch es war scheinbar nicht gut genug.
Nicht einmal heilen konnte er anscheinend. Wahrscheinlich hatte er in Enarins Augen wieder versagt.

Wie sein Bruder sagte, Aristeides wird es aber wohl richten können...


Verbittert verzog Shinrai das Gesicht. Biss sich auf die Unterlippe und hatte die Mühe seine Tränen zurück zuhalten.
Er versuchte seine Gedanken in andere Bahnen zu lenken und so dachte er an die neue Bekanntschaft.

Kiminayu zog seine Rüstung aus. Sein Körper war mit blauen Flecken und Schwellungen übersät,
doch Shin konnte nicht anders und lies seinen Blick bewundernd über den Körper des blonden Gladiators schweifen. Der Vorwand die Wunden zu inspizieren kam ihm gerade recht.
Feine Gesichtszüge, langes aschblondes Haar, schlanker, muskulöser Körper …


Ein seltsames, seltenes Gefühl stieg in ihm auf, sein Herz fing an zu rasen. Shinrais Augen flogen auf, er knurrte leise. Noch nie hatte er so über einen Mann gedacht. Er war nun verwirrt, und das bisschen Müdigkeit verflog blitzartig. Er musste etwas gegen dieses Gefühl unternehmen, musste sich ablenken.
Shinrai sprang vom Bett auf, zog hastig seine Rüstung an, schnappte seinen Stab und etwas Proviant bevor er nach Reshanta aufbrach.

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Last edited by Reanon on 09 Oct 2009, 15:36, edited 1 time in total.



09 Oct 2009, 13:27
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Xaliki räumte die Krüge und das Faß zurück in die Küche und ging dann wieder in die Legionshalle wo Shin noch immer stand.

Traurig sieht er aus. Ob er sich schämt, dass Enarin ihn immer wie ein unfähiges Kleinkind behandelt?
"Ich spüle heute aber nicht mehr".
Xaliki schaute Shin an, er hatte Ringe unter den Augen
"Nein, geh nur schlafen" Shin lächelte bei den Worten.
"Schlaf gut". "Du auch"

Xaliki ging in denTeil des Hauses wo ihr Zimmer lag. Sie öffnete die Tür, trat ein und schloß sie schnell wieder.
Ypsi war wach geworden und tapste schnell auf sie zu. Xaliki hob die kleine Karniff hoch und setzte sie auf das Bett, dann zog sie sich aus und legte sich hin.

Die blauen Flecken die sie noch von ihrem Sturz trug schmerzten ein wenig, doch nicht so schlimm wie die Wunden ihrer Seele. Vorsichtig legte sie sich auf den Rücken und Ypsi nutzte die Chance auf ihren Bauch zu klettern.
Während ihre Finger das Fell der Katze streichelten überlegte Xaliki, wieso Enarin immer noch davon ausging, dass Shin sich nicht selber wehren konnte.
Außerdem war sie selber ja auch noch da gewesen. Sie schnaubte mißmutig. Heute hätte sie gerne jemanden verhauen und selbst WENN der andere stärker gewesen wäre, hätte sie sich darüber gefreut verhauen zu werden!
So langsam fand sie sich mit ihrer neuen Rolle als Daeva zurecht und erinnerte sich an ihre alte Stärke.
Und ausgerechnet heute mußten Enarin und Myralis dazu kommen.
Warum sind die eigentlich wiedergekommen?
Xaliki war sauer und versengte ihre Krallen in ihrem Laken und der Matratze.

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Last edited by Xanra on 16 Oct 2009, 13:17, edited 1 time in total.



09 Oct 2009, 14:32
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ooc: na toll, beide sauer und Enarin der Hornochse ahnt von nichts. :D *gröhlt* Das Einfühlungsvermögen eines brünftigen Nielpferds. *kopf schüttel* Hachje! :D Das gibt noch was!

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09 Oct 2009, 17:23
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ooc: der Abend war grandios, und japp, Enarin war ein wenig hormongesteuert.
Ich hoffe sehr, dass wir den Streit nochmal ausspielen können, den unser Wattebäuschchen unterbrochen hat.
Mich würde aber trotzdem interessieren, wie der Abend aus Enarins Sicht war :D
Na gut, es würde mich BRENNEND interessieren :mrgreen:

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09 Oct 2009, 19:50
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Da Shin mir die Geschichte eben ingame zugesteckt hat, mag ich mich doch glatt auch nochmal, so als selbst eingeladener Gast, dazu äußern *g*

Das war ein wirklich lustiger Abend...oder, blickt man zurück auf die Uhrzeit, eine sehr lustige Nacht. Hat Spaß gemacht und auf eine weitere Session dieser Art würde ich mich durchaus freuen.

Danke dafür und auf bald. *wink* :D

Kiminayu


09 Oct 2009, 19:58
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*grinst* Was ihr so alles aufreißt in der Nacht. Bester Schlafersatz erster Güte! Wäre gerne dabei gewesen aber ... irgendwie auch nicht denn die Konstellation liest sich einfach zu perfekt um noch jemand weiteren ins Spiel zu bringen. Bin schon auf Fortsetzungen gespannt. ..

und willkommen, Kiminayu! Im Lawinentreten bist du ja schon ganz gut - ich hoffe du bist auch gut im Ausbaden wenn es heiß wird *ggg*

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Es ist immer noch Zeit für einen allerletzten Moment. - Der Tod


09 Oct 2009, 20:09
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Herzlich willkommen und schön das du da bist Kimi! :D
Vielleicht hast du ja Lust auch mal "deine Sicht" aufzuschreiben ;)
Ich bin sicher es wäre eine große Bereicherung!!!
Lg,
Xaliki

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09 Oct 2009, 20:39
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ooc: Der Vollständigkeit halber möchte ich hier meinen Rollenspielbeitrag aus Kiminayus Abschieds-Thread posten. Es ist ein sehr einschneidendes Erlebnis in Enarins Leben gewesen und daher fühle ich mich danach es hier anzufügen. Wer mag kann es gerne fortsetzen, bzw. was dazu schreiben eben.
Ich 'bessere' es noch ein bißchen 'auf' an dieser Stelle, weil es mir sonst zu 'schmal' wäre.
----------------------------------------------------------------

Wie ein Donnerschlag krachte Enarins Faust in Kiminayus Gesicht.

Aus. Schwarz. Leere.

Verraten nach all der Zeit... verraten nachdem wir Brüder waren. Verraten, aufgegeben, verdrängt, vertrieben, ausgelacht, verhöhnt, verraten, ausgenutzt, verraten, alles kaputt gemacht.

'Wir waren Brüder und nun drehst du mir den Rücken zu und lässt mich einfach stehen? Du hast mir meinen Bruder gestohlen und als ich mich überwand und dich zu meinem Bruder machte, da hast du nur über meine Seele gelacht und mich benutzt.'

...

'Wie kann man so verkommen sein wie du? So verbittert, armselig, leer und kalt?'

...

'Du bist es nicht wert zu leben.'

All das hätte Enarin gerne gesagt, doch stattdessen verdrosch er Kiminayu wie ein Tier. Die Augen leuchtend wie Feuer, nur in gold, Schaum vor dem Mund wie ein tollwütiger Togg, die harten Muskeln bis zum Zereissen angespannt, so bäumte sich das Tier auf, dass er war und brüllte laut und schmerzverzerrt. Alle Schlägereien, die sie bis jetzt aufgespart hatten, jeder Kampf, den Enarin sich verkniffen hatte, weil Kiminayu Argonaut geworden war... Egal was, es wäre verblasst im Angesicht der Wut, die sich hier entlud.
Das Blut pumpte schwer und heiß wie siedenes Öl durch seine Adern und der Schweiß rann von seinem Körper. Das Hemd, dass er trug, hatte er fortgeworfen, die Schärpe, die Kiminayu hielt, lag am Boden. Das Tier - es litt. Doch der Zorn verschluckte jede Regung der Seele. Er ballte die Faust so hart, dass die Knöchel nur davon weiß hervortraten und schlug agil und hart zu, traf den zart wirkenden Körper ohne Gnade... und genau das... hatte er sich doch immer gewünscht, oder?

Du konntest nie aufgeben, du wusstest nie wo Schluss ist, es hat dich nie interessiert. Wolltest du sterben? Oder wolltest du töten? Wir sind uns eigentlich so ähnlich. Nun zeige ich dir, die Liebe eines Gladiators, seine Furcht und seinen Stolz. Du weißt, was ich dir zeige... Ich zeige dir meine Hingabe ohne Gnade.
Wir sind eins.

So verkeilten sich die beiden Wütenden. Wie zwei Bestien, rot und weiß. Worauf zwei Seelen so lange gewartet hatten entlud sich nun. Blanker Hass in weiß... und der Verlust jeglicher Gnade in rot. Knochen knackten, Blut spritze, als die Haut unter den Schlägen aufplatze, sich gebleckte Zähne aufeinander pressten bis sie splitterten.

Zikels Urteil wurde gesprochen.

Enarin wollte ihn totschlagen und nie mehr wiedersehen, denn dann hätte er nur wieder den Zorn gespürt, den Dämon in sich, den er der Argo Navis zu Liebe so lange und gut unter Kontrolle gehalten hatte.
Enarin war ein bösartiges, vor Wut blindes Tier.
Doch für die Familie, für die Legion hatte er gelernt sich eisernes Zaumzeug anzulegen, welches tief in seine Seele und sein Fleisch schnitt, wann immer sich das Tier in seinem Inneren auf Grund von Schmähungen und Schmerz und Hass und Wut losreissen wollte.

Doch dieses mal... konnte kein Zaum das Tier halten. Zuviel hatte sich in der letzten Zeit auf diese kaputte, kranke Seele gelegt und das scharfe Gebiss war erodiert von all dem Leid, dass er ertragen hatte müssen in dieser kurzen Zeit.

Er schlug und schlug und trümmerte einfach mit der Faust auf den anderen ein, gold glühende Augen, Schaum vor dem Mund und mit bis zum zerreissen angespannten Muskeln.

...

Verrecke. Stirb. Für immer. Leide.

...

Ohne die Bande, die das Banner und der Glanz der Argo Navis wob, hielt den unbändigen Zorn nichts zurück. Zikel sprach aus diesem Gladiator. Zum ersten mal seit langer Zeit. Ein kurzer Ausbruch beim Schattenhof... dann wieder die Beherrschung, die Fesseln der Gnade und Zuneigung, der Rücksicht und auch brüderlichen Liebe. Doch nun war es vorbei. Das Band war zerschnitten.

So verbissen sich rot und weiß ineinander... zum letzten mal. Und wer genau hinsah, der konnte zwischen den Schweißperlen die Tränen sehen, die aus den goldenen Augen quollen... vor Schmerz, Anstrengung... und vielleicht auch wegen etwas anderem.
Der Kampf würde nicht allzu lange dauern... aber für Rot und Weiß, würde es eine Ewigkeit sein, in der sich Weiß rot färben und das Blut der beiden sich vermischen würde, verschmiert auf ihren zitternden Körpern.
So dass am Ende nur noch rot bleiben würde und zwei ineinander verkeilte Asmodier.

Bis in den Tod. Tempus Fugit.


Selbst wenn Daeva keine Narben mehr bekommen können... ich denke von diesem Kampf, der das Legionshaus zum Beben und die Krähen zum Schweigen bringen wird, wird eine zurück bleiben.

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21 Jan 2010, 23:50
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Der erste Fausthieb, der ein wenig an die Schlagwirkung eines tollwütigen Braxbullen erinnerte, zerschmetterte ihm mit einem leisen, unmissverständlichen Knacken das Jochbein.

Kiminayu fuhr einen Schritt zurück, das Banner flatterte wie ein sterbender Vogel zu Boden, gemeinsam mit ein paar tropfenden Blutklecksen.
Bizarrerweise überzog ein fast erstaunter Ausdruck seine blassen Züge, da war die Hammerfaust schon wieder heran und verfehlte dank einer reflexartigen Drehung so knapp seine Schläfe, dass er den Luftzug spüren konnte. "He..."
Ein wilder Hieb gegen die Schulter riss ihn halb herum, die getroffene Stelle pochte nachdrücklich.

"Heh...!" der fragend-dumpfe Laut wiederholte sich, während der junge Gladiator den Arm wie einen Schild empor riss und mit der Faust zurückschlug, laut krachend fuhren Enarins Knöchel dagegen und machten zumindest seine eigene Klaue für einige Sekunden taub und gefühllos. "Lass...!" setzte er durch das zertrümmerte Jochbein dezent nasal klingend an und warf den Oberkörper nach hinten, ein leichtes, zunehmend an Intensivität gewinnendes Glühen wie von kleinen Kohlen in den blauen Augen, um einem grobschlächtigen Kinnhaken auszuweichen.

Einem weiteren Hieb gegen das Kinn konnte er nur halb entgehen, und statt einen gebrochenen Unterkiefer davonzutragen, biss sich Kiminayu heftig auf die Zunge und spuckte einen beachtlichen Spritzer Blut zu Boden.
"LASSDASSEIN!" fauchend, ohne Luft zu holen spie der jüngere Gladiator die Worte aus, gefolgt von ein wenig mehr Blut. Hatte er sich die Zungenspitze abgebissen?

Wie zwei Schwertklingen fuhren ihre Arme krachend gegen einander, sein eigener eine sichtliche Spur schmaler als Enarins, dennoch verharrten sie einen Herzschlag lang gekreuzt, zitternd, ehe Kiminayu seine Faust ungebremst in die Magengrube des anderen versenkte und flüchtig daran dachte
(wie witzig, bei der ersten Begegnung hattest du 'ne Rüstung an und er schlug zu. Hatte Knack gemacht, nicht?)
dass seine gegenwärtig getragene Lederweste für solche Momente eine denkbar unpraktische Erfindung war. "Lasch dasch...!?"

Ihre Arme fuhren zur Seite, dann sah er eine Faust auf sich zufliegen, die ihm mit einem weiteren trockenen Knacken das Nasenbein brach.
Gekrümmt wie Dolchklingen schnellten die Krallen des jungen Daeva herab und rissen Haut und Fleisch an der muskulösen, schweißglänzenden Brust seines Gegenübers in Fetzen. In einen weiteren mörderischen Hieb des anderen Gladiators drehte er sich halb herein, nahm dafür langgezogen keuchend zwei splitternde Rippen in Kauf und versetzte dem im Berserkerrausch agierenden Tribun einen Faustschlag, der ihm blutend die Lippen aufplatzen ließ, während er, das eigene Gesicht blutüberströmt, nach seiner Kehle schnappte und sein eigenes Denken
(Kind, Welpe, kannst nicht, willst nicht, wirst nicht!)
von einem roten Nebel verschluckt wurde.

Heiser und von den Steinwänden leicht verzerrt klingend verließ ein langgezogener, unartikulierter Schrei seine Lippen.
Er sah Enarins linke Augenbraue unter einem kurzen, kraftvollen Schlag aufplatzen.
Spürte einen Mund voller Blut.
Landete nun ebenfalls einen knirschenden Treffer am Nasenrücken des anderen Gladiators, woraufhin einmal mehr Blut spritzte.
Spürte heißes, Luft abschnürendes Stechen in der Rippengegend. Das Atmen wurde schwieriger wie alles andere auch.

Dennoch waren die Schmerzen irgendwie nicht greifbar, nicht gegenwärtig. Stattdessen sah Kiminayu jeden unebenen Stein und feinsten Riss im Verputz der Wände. Die Rillen, die der Schweiß in Rinnsalen durch das Blut an Enarins aufgerissener Brust zog. Kupfergeruch in der Luft. Der eigene Herzschlag donnernd wie die Meeresbrandung in den Ohren. Alles wirkte schärfer, präsenter und lebendiger. Das wütende, an leises Schreien erinnernde Keuchen wandelte sich zu einem Laut, der wie eine Mischung aus fasziniertem Stöhnen, trockenem Schluchzen und dann, Beides überlagend, irrsinnigem Lachen klang.
Ein hemmungsloser Hieb ließ ihn zu Boden stürzen, dabei fiel etwas aus einer Tasche seiner Weste.

Shinrais stets getragene Haarspange, nun leicht verbeult und, nachdem er die blutenden, zerschundenen Finger der linken Hand darum schloss, ebenfalls blutig. Lachend und keuchend hob Kiminayu die Fäuste.
"Mach..."
Wie eine Flutwelle sah er den älteren Gladiator über sich kommen,
"...WEITER!"
ehe sich eine Hammerfaust herab senkte und zermalmend, brechend, den schlanken, schweißnassen Hals traf und ihm den Kehlkopf zertrümmerte.
Das hysterische, erstickte Lachen wurde zu einem Würgen, dennoch versuchte sich der junge Daeva krampfhaft zuckend hochzustemmen. Seine Klaue packte Enarins Handgelenk, bohrte die Krallen in die Innenseite, in die von wild pumpendem Blut gefüllten Adern, wo sie rissen, packten, zerfetzten...und hielten. Praktisch in der gleichen Bewegung war die zweite Faust heran und statt sich fallen zu lassen, drehte Kiminayu den Kopf zur Seite. Knackend brach ihm der Hieb das ungeschützte, halb zugewandte Genick.

Sein letzter Gedanke
(zu nahe viel zu nahe. Der Obelisk...zu nahe. Vater, ist da jemand...?...)
verging unausgesprochen, zusammen mit Leib und Leben dazu.
Der äußerste Zipfel der nun zerknitterten Schärpe lag in einer Blutlache am Boden und saugte sich langsam, träge damit voll. Aus.


22 Jan 2010, 16:43
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