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(Fortsetzung von oben)

Resümierend kam Salazar zu der Überzeugung, dass das Königreich sich bei jedem der erfolgten Schritte richtig verhalten hatte.

Die Sicherung der Südgrenze war rechtzeitig und an der richtigen Stelle erfolgt, so dass die Kitins eine erste Bastion zu überwinden hatten, die Zeit schindete, in der man weitere Truppen zusammenziehen konnte. Ein gänzlich ungesehenes Vorbeikommen war den Kitins an diesem Engpass nicht möglich.

Den Fyros-Patrioten waren nicht zuletzt von einer größeren Fraktion von Homins unterschiedlichster Nationen überwältigt und deren Anführer inhaftiert worden. Zu einem Kampf war es erst gekommen, nachdem sie sich der offiziellen Aufforderung durch den Adelsrat, die Waffen niederzulegen, verweigert hatten. Inwieweit diese paramilitärische Einheit einem eigenen närrischen Antrieb gefolgt war oder ob interessierte Personen in offizieller Funktion in Pyr die Fäden gezogen hatten, würden hoffentlich die Verhöre zeigen, die in absehbarer Zeit durchzuführen waren. Die Anwesenheit eines Vertreters der Fyros war höflich abgelehnt worden; es war unbedingt zu vermeiden, dass der Aufrührer sich durch die Gegenwart eines Akenak oder eines anderen Fyros beeinflußt sah, zumal nicht auszuschließen war, dass die Täter eben nicht aus eigenem Antrieb gehandelt hatten.

Apocasus Menix war durch die Anordnung des Königs freigelassen worden, und diese Handlung war unabhängig vom dreisten Ultimatum des Sharümal erfolgt. Anders als Lykos war Menix zwar erschöpft und wenig glücklich über seine vorübergehende Festsetzung, hegte aber keinen Groll gegen Matia per se und hatte sich bereiterklärt, angelegentlich in Neu-Trykoth mit Gelehrten der Akademie zusammenzutreffen, um sich der Entschlüsselung der Bernsteinwürfel zu widmen. Salazar machte eine Gedankennotiz, dann auch der F.I.S.C.H. der Tryker das Angebot zu unterbreiten, über den Würfeln zu arbeiten.

Die Anarchisten waren vielleicht nicht vollständig ausgeräuchert worden, aber hatten einen harten Schlag einstecken müssen. Große Mengen Sprengstoff und Giftgas waren sichergestellt worden, und die inhaftierte Anführerin dieser Zelle der Envine di Ende wußte offenbar mehr, als sie momentan zu sagen Willens war. Auch hier würde ein intensives Verhör vonnöten sein. In jedem Fall war Matia zielgerichtet, effektiv und erfolgreich vorgegangen, um die Attentäter auszuschalten.

Ungewiß war freilich die Entwicklung im Palast des Imperators in Pyr. Dexton befand sich nach wie vor in kritischem Zustand. Salazar hoffte, dass der Fund in den Archiven der Akademie zu dessen Genesung beitrug. Ein Imperium unter Führung von Lykos schien ihm eine nicht erstrebenswerte Zukunftsvision.

Salazar hatte endlich seinen bernsteinernen Teebecher unter einem vom Dampf angeweichten Blatt gefunden und an sich genommen. Der Tee darin war nur noch lauwarm und sein Duft kaum noch wahrzunehmen. Er trank ihn dennoch durstig aus.

Mit neu erwachten Lebensgeistern wandte der Filira sich dem Problem zu, dass er derzeit als dringendstes ansah: den Kitin. Es war unbedingt notwendig, die Wehrhaftigkeit der Grünen Anhöhen noch zu verstärken. Salazar hatte bereits einige Stämme Matias bereist und sie um ihre Unterstützung gebeten. Die Sapsklaven hatten rundherum abgelehnt, die Grenzwächter wegen der notwendigen Aufmerksamkeit hinsichtlich der Spannungen mit den Fyros eine Mithilfe versagt. Die Dürre Matis hatten an die Ökokrieger verwiesen, welche unter bestimmten Bedingungen eine Unterstützung anboten, ebenso wie die Grünen Samen. Die von Salazar geschätzte Zorai-Botschafterin Zhoi hatte dem Filira überdies mitgeteilt, dass auch die Scharlachroten Söldner bereit waren, gegen entsprechende Entlohnung sich den Kitins entgegenzustellen. Diese drei Stämme forderten Verhandlungen in Gegenwart einer Gruppe Gesandter; darum würde er sich baldigst bemühen müssen.

Mit einem Seufzer beugte Salazar sich vor und begann, Seite um Seite mit seiner kunstvollen Handschrift zu bedecken, während ausserhalb des Ordenshauses bereits der Morgen zu grauen begann.

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07 Apr 2011, 15:31
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Das Lied des Waldes

Leise raschelt das Laub der Bäume,
Durch die säuselnd der sanfte Sommerhauch wie durch die Saiten einer Harfe weht;
Blätter reiben sich aneinander wie Liebende,
Bis der Herbst Ihres Lebens sie in einem letzten gemeinsamen Tanz zu Boden sinken lässt,
Selbst jetzt noch vereint, als der Winter das Sap in ihnen zu Eis gefriert
Und der Wind in dürren Zweigen
Das Schwinden eines Jahres besingt
Und träumt
Von einem neuen, grünen Frühling.


Das Lied der Seen

Murmelnd der Chor der Wasser,
Auf- und abschwellend, flüsternd und tosend;
Wellen, die an die Ufer schlagen, geben den Takt
Zu einem Lied, das der Wind zu uns hinüberträgt,
Und das für jeden von uns, dessen Herz sich rührt,
Immer die gleiche Melodie ist,
Und doch nie das gleiche Lied.
Und im heiteren Rhythmus des Regens
Hört niemand die Träne, die fällt.



(OOC: Zwei der vier von Salazar entdeckten alten Gedichte eines vergessenen Matis-Poeten. Bisher unveröffentlicht.)

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18 Apr 2011, 14:27
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OOC.: Schlicht schön mit einem Hauch des Zeitlosen. Es ist dir gelungen den Geist der Länder zu erfassen. Mein Herz gewinnt die Leichtigkeit mit der der lesende Blick durch die Zeilen gleitet. Jedes der beiden Gedichte zeigt den sichtbaren Geist der Länder und offenbart zwischen den Zeilen etwas des Schattens des Herzen, dass unter der schönen Haut des sichtbaren schlägt. Es ist sehr angenehm vom Rhythmus statt vom starren Korsett des Reims durch die Gedichte getragen zu werden.
Zu Beginn war das Erste der Beiden mein Favorit, doch inzwischen kann ich es schwer sagen. Was mir auffällt beim Nachdenken ist das das erste einen geschlosseneren Eindruck macht und einen gleichmäßigeren Atem hat. Das zweite über die Seen macht nach der Zeile über das Lied einen stärkeren Gedankenwechsel. Allerdings hat eben das Land der Seen genau diesen Wechsel auch in seiner Geschichte durchgemacht so dass ich das Gefühl hatte von diesem realen Wechsel begleitet zu werden.
Kann es sein dass du das Lied des Waldes noch einmal überarbeitet hast? Es kommt mir so vor als hätte es sich etwas geändert.

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Der Weg zur Hölle ist mit guten Vorsätzen gepflastert. - Salazar

Es ist immer noch Zeit für einen allerletzten Moment. - Der Tod


18 Apr 2011, 19:05
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Nachdenklich knetete Salazar seine Unterlippe, während er aufmerksam den ihm zugestellten Bericht über die geheime hominitäre Wasserlieferung der Tryker las. 'Faszinierend,' dachte er bei sich, 'dass offensichtlich die Fyros es nicht für nötig gehalten haben, der Karavane wenigstens ein paar Wachen abzustellen - oder aber ihre eigenen ... kostbaren Gliedmaßen ins Seenland zu bewegen, um dazu beizutragen, dass Bewohner ihrer pathetischen Einöde nicht dürsten müssen. Die Tatsache, dass lediglich ein ehemaliger Akenak mitgeritten ist, kann durchaus als Ausdruck typischer fyrotischer Diplomatie verstanden werden - kurz gesagt, als etwas, dass man zur späteren Benutzung beiseitegelegt und dann nicht mehr wiedergefunden hat. Ein bißchen wie bei einem kleinen Kind: 'Ich verdurste jetzt, dann wirst Du schon sehen, was Du davon hast!'

Er griff nach seinem Becher, in dem ein feiner Tee aus den Gewächshäusern der Akademie ein nuanciertes, subtiles Aroma entfaltete, atmete dessen Duft ein, nippte und wandte sich dann Menthys zu.

"Fyros sind Fyros. Dass der Akenak diese humanitäre Karavane mit Ignoranz gestraft hat, sagt weniger über das politische Verhältnis zwischen den Fyros und den Trykern aus, sondern nur darüber, wie die treibenden Kräfte des Akenak selbst dieses Verhältnis werten und wie viel ihm daran liegt, dies zu ändern. Entweder das ... oder aber der Akenak hat nicht nur ein gestörtes Verhältnis zum Imperialen Hauptquartier, sondern verzichtet auch darauf, die Depeschen und Protokolle der anderen Völker zu lesen. In jedem Fall ein interessantes Lehrstück in Politik, der individuellen Bewertung von Hominismus und dem Respekt zwischen den Nationen."

Menthys blickte Salazar etwas verwirrt an. "Aber, Herr, sagtet Ihr mir nicht einmal, dass man die Protokolle der anderen Länder ignorieren sollte?"

Die Augenbrauen des Adligen zuckten kurz.

"Dass, mein lieben Menthys, ist ein fulminanter Irrtum. Ich habe darauf hingewiesen, dass sie einer besonderen Bewertung bedürfen. Ein Protokoll ist in erster Linie eine Niederschrift, üblicherweise nicht besonders detailliert und natürlich eigentlich bar jeglicher Interna, die geheim gehalten werden sollen".

Ein knappes Schmunzeln erhellte sein schmales Gesicht.

"Es ersetzt jedoch nicht die offiziellen Wege, es ersetzt keine Einladungen, keine Aufforderungen, keine persönlichen Kontakte, keine diplomatischen Kanäle. Man kann ignorieren, was darin steht - aber man muß wissen, was darin steht. Und wenn etwas über Matia darin zu finden ist, dann werde ich Notiz davon nehmen, und je nach Erfordernis handeln oder nicht. Und wenn Matia nicht darin vorkommt, dann werde ich genauso verfahren - wie in diesem Fall, bei dem ich die Absicht zur Kenntnis genommen habe, bewertete, welches politische Gewicht diese oder jene Reaktion unsererseits zur Folge hätte und eine Entscheidung getroffen, die - wie ich hoffe - einerseits unsere Symphatie gegenüber dem Vorgang an sich zum Ausdruck gebracht hat, aber andererseits keine irrige Bewertung durch Dritte in einem grundsätzlich politischen Vorgang zuließ, der unser Volk und unser Reich nicht direkt betrifft."

"Ich kann nicht in Köpfe schauen - ich weiß nicht, was die Taliari denken oder der Akenak oder Boen Eunix - aber ich glaube, dass unser Vorgehen richtig gewesen ist in einer Sache, die uns offiziell nicht mitgeteilt wurde, die uns also nichts angeht, und dass wir das Grundsätzliche, was wir zum Ausdruck bringen wollten, auch zum Ausdruck gebracht haben, mit der entsprechenden Bewertung von allen Seiten. Das, mein lieber Menthys, ist nämlich Politik; plötzlich steht jede Deiner Handlungen und Schritte auf einem Prüfstand und wird beurteilt, wie bei dem Wettbewerb um den Titel des Mr. Atys - nur ohne Preisverleihung. Der Lohn des Diplomaten ist zuerst das Wohl und Ansehen seines Landes. In unserem speziellen Fall kommt natürlich noch der Lohn hinzu, den jeder treue Karavanier erhält, wenn seine Stunde gekommen ist und er in das Licht eingeht und eins wird mit Jena."

Salazar schlürfte genüßlich an seinem Tee.

"Und jetzt los mit Dir, in die Akademie. Frag nach, wie weit die Vorbereitungen sind. Wir haben eine wissenschaftliche Exkursion zu präparieren, und ich möchte dort keine ungewollten Zwischenfälle oder Versäumnisse erleben!"

(OOC: Im Zusammenhang mit politischen Differenzen zwischen den Taliari und dem Akenak hinsichtlich ihrer Verträge über die Belieferung von Wasser kam es zu einer Auflösung dieser Verträge und zunehmender Wasserknappheit in Fyros. Die Taliari beschlossen nun eine hominitäre Wasserlieferung an Fyros, die geheim gehalten werden sollte, damit Marodeure den Treck nicht sabotieren. Zorai-Botschafterin Zhoi hat freilich den Termin wie auch Teile der Route in einem Protokoll der Kreise der Zorai veröffentlicht. Salazar hat einen Matis als Beobachter und "moralische Unterstützung" mitgeschickt.)

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01 Oct 2011, 13:16
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Herausragend. Ich mag deine Kunst Sätze über Zeilen hinweg zu schachteln, achtend der Bedeutung und ahnend beim Lesen wohin es geht. Es überrascht mich beim Lesen immer wieder, das du die Komplexität der Sätze feiern kannst aber zugleich den Lesefluß so erhältst das ich auch bei hoher Lesegeschwindigkeit nicht den Faden verliere. Dabei kocht bei Zeiten in mir der Wunsch hoch dich als Adjutant auf deinen diplomatischen Reisen zu begleiten und das fußt vor allem darin das du neben der Sprache auch die Welt in deinen Schriften zu erhalten vermagst.

Eine interessante Entwicklung zwischen den Landen. Mir hat schon immer der Gedanke gefallen wie nah eigentlich diese beiden Extreme, Wüste und Seenlande aneinander liegen und wie wenig beide einen natürlichen Umgang miteinander pflegen. Mir kommt es dabei immer wieder so vor als wenn sie sich nur dadurch ähneln das sie gleich weit von der Mitte des zugänglichen Verstands entfernt sind.

Ist Menthy eine Figur aus deiner Feder oder ein Spieler der dich unterstützt?

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Der Weg zur Hölle ist mit guten Vorsätzen gepflastert. - Salazar

Es ist immer noch Zeit für einen allerletzten Moment. - Der Tod


10 Oct 2011, 14:11
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(ooc: Menthys taucht namentlich erstmals im zweiten Posting auf Seite 4 auf. ;) )

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26 Oct 2011, 18:35
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Deles Silam, geschätzter Stevano,

als ich mich danach erkundigen wollte, wie es wohl dem verliebten Jüngling in Davae ergangen sein mag, dessen Hinweis uns auf unserer Suche so dienlich war, stieß ich auf Euren Brief, und obwohl ich noch immer Schmerz daraus herauslese, erkenne ich doch auch, dass der Schleier der Blindheit, der gar zu oft den Blick des Liebenden verhüllt, zumindest an den Rändern ein wenig angelupft ward und Licht hineinfällt in das Dunkel, in das man sich zurückzieht, wenn das Herz leidet.

Es gibt keinen Ratschlag in Herzensdingen, Stevano. Jeder Homin ist anders, denkt anders, fühlt anders, und auch wenn ein jeder eines Tages sein Herz verschenkt und sich dabei der höchsten aller Gefahren ausliefert - dass es gebrochen wird - so sind doch jedes Mal die Umstände anders. Liebe springt uns an, wie ein wildes Tier, und wir können nicht mehr tun, als vor ihr unsere Waffen zu strecken. Glücklich jedoch kann man nicht werden, wenn man selbst liebt und der oder die Angebetete erwidert die Liebe nicht. Wenn Deine Angebetete Dich nur deshalb verlassen hat, weil ihr Söldner ihr rauhes Vergnügen bereitete, dann fehlt es ihr an der rechten Zuneigung zu Dir, die so viel mehr ist als verschwitzte Kurzweil in einem Bett, einem Zelt oder einem Heuhaufen. Ihr Auftritt, als sie den Ring vor Dir zu Boden warf, impliziert eine Kälte des Herzens, die Dir nicht die Wärme geben kann, die Du - die jeder Homin braucht, um seine eigene Glut nicht verlöschen zu lassen und die gleichzeitig verhindert, dass wir uns selbst verzehren.

Wichtig ist, dass Du die Hoffnung nicht verlierst, Dein Glück zu finden. Jeder Topf findet seinen Deckel, heißt es, jemanden, der einem das Gefühl gibt, plötzlich "ganz" zu sein, obwohl man sich vorher gar nicht bewußt gewesen ist, dass man nicht vollständig war. Wichtig ist auch, die Augen nicht zu verschließen vor der Schönheit, die uns alle umgibt, damit man nicht den Augenblick verpaßt, in dem ein anderer Blick den eigenen spiegelt. Liebende finden sich, Stevano, an den unwahrscheinlichsten Plätzen und zu den ungewöhnlichsten Zeiten; aber selten, wenn man damit rechnet.

Kopf hoch, mein Freund! Jena wacht über Dich, und sie wird Dir dein Glück nicht verwehren! Aber Du selbst bist es, der die kostbare Sekunde nicht verpassen darf und nach ihr greifen muß, wenn sie gekommen ist. Jena zeigt uns den Weg, aber sie führt nicht unsere Hand.

Viel Glück und Jenas Segen wünscht Dir

Salazar Caradini
Filira Matia
Erster Seraph des Ordens der Argo Navis
Argonaut der heilenden Hände
Mitglied der Königlichen Akademie zu Yrkanis

(ooc: Brief an einen unglücklich Liebenden, den die Gruppe, die eine der potentiellen Bräute des Prinzen Stevano bei ihrer Aufgabe begleitete, in Davae traf. Salazar war nach der Aufgabe noch einmal zurückgekehrt und hatte mit dem jungen Mann - der auch Stavano heißt - gesprochen. Der Thread dazu findet sich hier: http://atys.ryzom.com/start/app_forum.p ... /12439/4#4)

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29 Apr 2012, 17:11
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Ein sehr schönes Fragment. Einfach. Schön, aber mit Tiefgang.

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Der Weg zur Hölle ist mit guten Vorsätzen gepflastert. - Salazar

Es ist immer noch Zeit für einen allerletzten Moment. - Der Tod


29 Apr 2012, 21:31
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Der Tisch war über und über mit scheinbar wildverstreuten Papierseiten übersät, von denen viele mit einer feinen, sorgfältigen Handschrift bedeckt waren; dazwischen dampfte eine Tasse starken heißen Tees mit einem Spritzer Bodocmilch, der ihm ein wenig die Farbe schmutzigen Schnees verlieh. Insekten summten zwischen den Pflanzen umher, und dazwischen hörte man das Kratzen einer Feder. Salazar schrieb konzentriert. Den Tisch hatte er im Arboretum des Ordenshauses aufstellen lassen; inmitten prachtvoller Farne, duftenden Lippenblütlern und allerlei anderer Gewächse fühlte er sich am wohlsten und war gleichzeitig ungestört. Nur gelegentlich kam ein Ordensbruder leise herein, um einige Küchenkräuter zu holen, und von Zeit zu Zeit brachte Menthys frischen Tee. Menthys fragte nicht, was der Filira schrieb. Ihm entging jedoch nicht, dass einige Seiten als Überschrift die Namen der vier Brautbewerberinnen trugen.

"... natürlich geplant," schrieb Salazar gerade. "Wie augenscheinlich auch bei den Prüfungen zuvor wurde eine spezifische Auswahl getroffen, um die Reaktionen der Bewerberinnen nicht weniger als ihre gesunde Urteilsfähigkeit zu überprüfen. In diesem Falle war freilich der Test potentiell mit Risiken verbunden, soweit die Garde nicht jeden Inhaftierten vorher sorgfältigst überprüft hat, über die Stane di Zalli vorliegenden Informationen hinaus. Doch ist die Außenwirkung nicht sehr glücklich."

"Die Inhaftierung Cerucis hat mich verwundert - weniger wegen des Diebstahls, der wie jeder Diebstahl eine der Schwere der Tat angemessene Haft zur Folge haben kann, als vielmehr ob der Tatsache, dass der Orden der Argonauten seit vielen Jahren eine Armenspeisung durchführt, Ceruci aber scheinbar keine Ahnung davon hatte. Habe eine Überprüfung seiner Familienverhältnisse veranlaßt."

Salazar setzte ab, tauchte die Feder erneut in die Tinte und schrieb weiter.

"Cong Kei Mun ist deshalb ein interessanter Fall, weil scheinbar keine Dokumente mehr über ihn existieren. Traurig. Einer jener zahlreichen vergessenen Soldaten, die in den Gefängnissen und Verliesen der vier Länder auf ihr Ende warten. Sollte er - wie der in der Gefangenschaft Neu-Trykoths verstorbene Mung - ein Kriegsverbrecher sein, was lebenslange Haft sanktioniert, so war es in Anbetracht der unvollständigen Aktenlage dennoch richtig, ihn freizusetzen. Es wäre sinnvoll, zu überprüfen, ob es noch mehr vergleichbare Fälle in den Gefängnissen Matias gibt."

Ein Schluck Tee, dann huschte die Feder erneut über das Papier.

"Zwar ist es nicht ungewöhnlich, dass Vagabunden kurzzeitig in Sicherungsverwahrung genommen werden, doch der Anlaß erschien mir ein bißchen fahrig. Habe Überprüfung veranlaßt, ob die junge Dame sich von dem Tryker belästigt oder bedroht fühlte. Obsessive Nachstellung ist nicht duldbar. Sollte dies jedoch der Fall sein, dann sitzt Flynn schneller wieder ein, als ihm lieb ist."

"Der zweite interessante Fall ist fraglos der Fyros, Plekus, der angibt, mit einer Matis verheiratet zu sein. Er wurde mit anderen bewußtlosen Marodeuren aufgegriffen, die kurz zuvor einen Überfall verübt haben und von unseren Soldaten überwältigt wurden. Ihn ohne Überprüfung seiner Familienverhältnisse und seines Leumunds gehen zu lassen halte ich für fahrlässig, zumal es keine Indizien dafür gibt, dass seine Frau ihn auch nur einmal während seiner Haft besucht hat. Dass er kein Kämpfer ist, macht ihn nicht zum Unschuldslamm; und ich habe auch schon schwächliche und erschreckend sanftmütige Mörder getroffen - von begnadeten Schauspielern einmal abgesehen. Habe zur Sicherheit seine kurzzeitige Beschattung veranlaßt. Sollten seine Angaben richtig sein, dann ziehe ich die Überwachung ab und beantrage bei der Garde sowohl eine Haftentschädigung als auch die Degradierung derjenigen, die ihn ohne Überprüfung seiner Angaben einsperrten. Wenn nicht, dann sehen wir uns sicher bald wieder."

Die Feder wurde erneut in Tinte getaucht, ehe Salazar fortfuhr: "Hedi ist das blendende Beispiel dafür, dass Soldaten keine Politik machen sollten. Spione läßt man nicht frei. Wenn sie etwas ausspioniert haben, dann sind sie gefährlich. Wenn nicht, dann sind sie unfähig. In beiden Fällen sind sie ein Faustpfand, viel zu kostbar, um sie einfach laufen zu lassen. Ein Austausch wäre hier die gebotene Maßnahme - oder ein symbolhaftes Zeichen guten Willens in einer angespannten Situation. Habe noch nie gehört, dass die Fyros einen von uns freigelassen hätten - oder einen der Tryker oder Zorai, denn das große Spiel wird natürlich von allen Nationen gespielt. Habe ihr nahegelegt, nie wieder nach Matia zu kommen. Sie hat mir vor die Füße gespuckt. Diese Fyros. Kaum haben sie etwas Wasser zu trinken, schon können sie ihren Speichel nicht im Mund behalten."

Salazar setzte die Feder ab und überflog das Geschriebene. Dann schürzte er seine Lippen und fuhr fort.

"Tamiela di Torani hat, zur Erleichterung einiger Anwesender, die Erfüllung Ihrer Aufgabe verweigert. Seine Königliche Hoheit schien überrascht, aber nicht ganz so sehr wie von mir erwartet, und er reagierte bemerkenswert gelassen. Ich denke ..."

Und so saß Salazar im Arboretum, auch noch als die Nacht hereinbrach und selbst die fleißigen Insekten sich zur Ruhe begeben hatten, mittlerweile kalten Tee vor sich, und das Kratzen der Feder war das einzige Geräusch, das davon zeugte, dass noch gearbeitet wurde im Ordenshaus der Argo Navis.

(ooc: Im Zusammenhang mit der Brautschau Prinz Stevanos und als Entgegnung eines Postings von Quadralli. Thread siehe hier: http://atys.ryzom.com/start/app_forum.p ... ew/11695/1)

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17 Jun 2012, 16:11
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Ein sehr schönes Fragment. Ich muss gestehen das es mich arg Neugierig gemacht hat ,) Wobei ich auch feststelle das mir etwas entgeht welcher Name final zu einer Braut und welcher zu einer Randerscheinung gehört.
Hast du dir einen Test einfallen lassen und schon angebracht? Gerade die letzten Stücke deuten es an. Ich hätte dir gerne noch ein paar gute Vorschläge gemacht neulich abends aber so schnell und spontan war ich recht ratlos.

Es wäre eine schöne und interessante Geste gewesen den Bewerberinnen einen kleinen gepflanzten Baum zu reichen zusammen mit Scheren, Schmuckwerk, Vasen und Untertöpfen mit der Aufgabe sie in ihrem Sinne anzurichten.
Es wäre sehr aufschlussreich gewesen zu sehen ob sie den Baum beschneiden (veredeln), schmücken (bereichern) oder freistellen (Besinnung). Natürlich verbunden mit der Option sich unpassend zu verhalten alla "das ist unter meiner Würde" oder "was will ich mit dem dämlichen Baum".
Ich denke es ist klar das der Baum für das Königreich und der Vorgang für die Würde und die Hand des Herrschers steht.

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Der Weg zur Hölle ist mit guten Vorsätzen gepflastert. - Salazar

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17 Jun 2012, 17:13
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