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(OOC: Ich dachte, es wäre an der Zeit, auch Salazars Gefühls- und Gedankenwelt, wie sie in den Tiefen des Ryzom-Forums zu finden ist, hierher zu transportieren. Ich denke, das Forum hier ist bereits ein schöner Hort für die Erinnerungen vieler interessanter Charaktere, und eine kleine Ecke dieser spannenden Bibliothek möchte ich auch gerne okkupieren. ;) )

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"After all these years?" - "Always."

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31 Jan 2009, 02:04
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Salazar kniete sich auf den Hügel zu Yrkanis und blickte voller Wehmut über die Stadt. Sah sie nicht aus wie immer? Das gleiche rege Treiben, die Geschäftigkeit, das Schnauben der Mektoubs, das Lachen der Händler …

Das Lachen der Händler? Nein, von den Händlern lachte keiner mehr. Geschäftig war die Stadt noch immer, doch das echte Leben schien aus ihr gewichen zu sein. Der kräftige, optimistische Herzschlag, der Leben und Freude durch die Straßen pulsieren ließ, er war der Herzschlag eines Greises geworden, zittrig, unregelmäßig, mühevoll. Es gab keine fröhlichen Jagdgesellschaften mehr.

Offene, vertrauensvolle Blicke waren durch solche des Misstrauens und der Verschlossenheit ersetzt.

Lange schon hatte der ehrwürdige Numar nicht mehr auf dem Hügel gesessen und Salazar spüren lassen, das er lieber alleine wäre. Ein schmales Lächeln, vielleicht eher dessen Anflug, glitt kurz und flüchtig über des Heilers hageres, bleiches Gesicht. Obwohl die Sonne schien, spürte er die Wärme ihrer Strahlen nicht. Verschwunden war der wackere, ernste, fleißige Solstice, mit dem er einst in Yrkanis angekommen und auf Taure getroffen war – den fröhlichen, unbekümmerten Taure, der sich manchmal in der Rolle des Narren und manchmal in der des Weisen gefiel, der wohl kaum etwas so sehr liebte wie die Freiheit und der glücklich war, sich die Ketten der Ehe anlegen zu lassen. Selbst das Gildenhaus vermochte nicht mehr, Salazar die einstige Geborgenheit zu geben. Dort hatte er gemeinsam mit Taure die Abmachung mit den Silberdrachen und ihrem überaus ehrenhaften Hochoffizier Ayronil geschmiedet; aber Taure war weggegangen, und mit ihm seine Gattin Schnee, und niemand wusste, wann sie zurückkommen würden.

Salazar fühlte sich fremd und verlassen in dieser Stadt, die so grün war und ihm nun trotzdem trostlos erschien. Yrkanis – ganz Atys – war die Unschuld geraubt worden; geraubt durch die Versprechungen der Götter, die sich selbst auf Allmacht beriefen und die doch nur das Niederste in den Homins zu erwecken vermochten: Gier, Haß, Neid, unmäßigen Stolz und die tumbe Lust daran, den Nächsten zu erschlagen. Für Ruhm und Ehre hatte man jene gemordet, die wehrlos am Wegesrand standen oder die – für Glaube oder Lebensunterhalt - konzentriert die Scholle bearbeiteten; wie rühmlich war das, und welche Art von Ehre gebührte dem Mörder?

Ruhm und Ehre auch jenen, die um ihre eigene Haut zu schützen je nach Belieben zu jenen wechselten, deren Sieg wahrscheinlicher erschien. Was als das harmlose Ringen um die schönsten Sakralbauten begann und sich auf Scharmützel ausweitete, endete als verbissener, blutiger Feldzug um die Vormacht. Vergessen die Freundschaften, vergessen all das, was den Homin vom Kitin trennt. Sorenal, der Wanderer, war daran verzweifelt; und er war den letzten seiner langen Wege gegangen, in Länder, die fern von unserer Sphäre lagen und in denen die kleinlichen Gottheiten Ma-Duk und Jena keine Macht besaßen. Salazar hatte gesehen, wie Blutrausch und Machtgier die Augen mancher Kami trübte, während die Zahl der Karavan immer weiter abnahm. Geringer war meist der Karavan eitler Glaube an die Unfehlbarkeit ihrer Gottheit, der den Fanatismus der Gegner wachhielt. Geringer war auch ihr Stolz und ihr Ehrgeiz. Höher, so erschien es Salazar, war jedoch ihr eigenes Empfinden für Ehre: höher als der Wert, den die Karavan-Botschafter bestenfalls schwammig anzudeuten vermochten, höher als die Ehre, die Jena als Opfergabe für sich einforderte, und höher als jene Form, die manche Kami als Kerbe in ihren Schwertknauf schneiden mochten. Salazar konnte nur jene - mehr schlecht als recht - heilen, die auf Seiten der Karavan fielen; doch während er Leben in ihre irdischen Hüllen pumpte, da spürte er, dass es andere, tiefere Verwundungen gab, von denen niemand so bald genesen konnte, und gegen die auch seine Magie machtlos war.

Und so wurde der Haufen kleiner und kleiner, und manches Mal saß Salazar fast alleine im Lager und blickte auf jene Kami, die wie Hetzhunde oder Gingos vor dessen Eingang umherstreiften.

Die Karavan unterlagen in jenem zähen Ringen. Ma-Duks Jünger gewonnen eine Schlacht. Die wahren Verlierer aber waren die Homins; denn von nur die Narren können noch unbeschwert dem Gegenüber ins Gesicht sehen, ohne sich die Frage zu stellen, was jener wohl in dieser Auseinandersetzung getrieben habe. Und das Leid ist nicht – kann nicht vorbei sein; denn der Siegreiche will immer noch mehr, und der Verlierer kann das nicht entbehren, was ihm verblieben ist. Und die Götter – die allmächtigen Götter – sie haben Blut geleckt, und sie werden nicht ablassen, Homins wie Figuren aus Bernstein über ein Spielbrett zu schieben, das ihnen Atys ist.

Doch das Spielbrett ist zersplittert, es liegt nur noch in Fragmenten vor ihnen.

Konnte Salazar selbst noch in den Spiegel sehen? Wie rein war sein Gewissen – wie rein konnte es sein, da er doch kein „Gott“ ihm Absolution zu erteilen vermochte? Und doch war er zufrieden, dass er manchem Kami und manchem Karavan deshalb offen ins Gesicht sehen konnte, weil er selbst mit seinen Dämonen gerungen hatte.

(OOC: Einst das allererste Posting, glaube ich - kurz nach den Tempelkriegen und Salazars Abfall vom Glauben, als er Seneschal der Malignus Germanitas war - und der letzte, der von seiner Gilde noch auf Atys weilte.)


31 Jan 2009, 02:10
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Honigfarben schimmerte der Bernstein in den langen, schlanken, bleichen Fingern des hochgewachsenen Matis. Sachte glitt er zurück in die mit seinen Vettern gefüllte Schale. Salazar liebte die Wärme, die von Bernstein ausging; ein ruhiges Glimmen, das nichts mit dem nervösen Feuer von Rubinen gemein hatte. Er liebte die Leichtigkeit des fossilen Harzes, seinen Geruch, das Gefühl, es in der Hand zu halten. Es spendete ihm Trost, wenn er sich einsam fühlte. Manchmal stellte er sich vor, sein Herz sei ein Bernstein wie dieser. Gerade, wenn sich Kälte wieder einmal seiner zu bemächtigen drohte, dann wünschte er sich dieses warme Leuchten herbei, um die Dunkelheit zu vertreiben, die lange Schatten auf sein Gemüt warf. So wie jetzt, als sein grüblerisches Naturell sich Bahn brach und die Heiterkeit – den Anflug von Heiterkeit – die er bei der Errettung von Collix empfunden hatte, vertrieb.

Salazars Blick wanderte durch die Gildenhalle. Die Wände waren geschmückt mit Erinnerungsstücken an die ruhmreiche Geschichte der Malignus Germanitas; kostbare Rüstungen, mächtige Kitinpanzer, Waffen in jeder denkbaren Form waren da zu finden. Die Lager quollen über mit kostbaren Waren, die die Schürfer, Jäger und Handwerker zusammengetragen oder gefertigt hatten. Aber langsam setzte sich Staub darauf ab. Salazar hatte nicht die Muße, noch die Energie, ihn zu entfernen. Selten betrat noch jemand außer ihm das Gildenhaus. Die Tempelkriege hatten die Reihen der Malignus Germanitas stark ausgedünnt; die Entscheidung zur Neutralität hatte Einschränkungen mit sich gebracht, und schließlich hatte der schnelle Verlust der Möglichkeit, einen Außenposten und damit Zugang zu seltenen Materialien zu erlangen, das Ende beschleunigt. Salazar war nun weniger Sprecher einer prosperierenden als vielmehr Sachwalter einer sterbenden Gilde. Gortax und Steinbocktom hatten Atys verlassen, Asgad war ausgetreten, Leara hatte sich einer Karavan-Gilde angeschlossen; Ryzzonn würde wohl zu einer Gilde wechseln, die den Kamis nahestand.

Die Größe der Halle, in der Salazar stand, ihre Leere, drohte ihn zu erdrücken. Er strich sich eine Haarsträhne aus dem schmalen Gesicht, ließ die grünen Augen durch den Raum wandern und ging dann langsam zu dem Tisch herüber, auf dem er seine Pergamentrollen ausgebreitet hatte: persönliche Notizen, Abschriften von Dokumenten aus den Archiven befreundeter Gilden, Palindrome, Zauberformeln, spielerische Rätsel, Skizzen, die er bei Spaziergängen verfertigt hatte, Vertragsentwürfe … Eine Vielzahl von Manuskripten lag über den beschnitzen, hölzernen Tisch verteilt.

Salazar seufzte. Eigentlich genoß er es, sich mit Problemen zu beschäftigen, seinen Verstand in unablässiger Bewegung zu halten – es lenkte ihn auch von seiner immer wieder aufkeimenden Melancholie ab, die schon ein Begleiter seiner Jugend gewesen war. Wie vielleicht alle Matis war auch er durchaus nicht uneitel. Er gefiel sich in der Rolle des geschmeidigen Rhetorikers, des selbstbeherrschten, beinahe klinischen Beobachters. Vielleicht war die Welt um ihn herum manchmal auch nur ein Rätsel für ihn wie jene, die unter den Schriftrollen auf dem Tisch lagen, ein großes Gedankenspiel, dessen Lösung nur auf eine Entdeckung harrte.

Wenn er nur Klarheit in alle diese Dinge bringen könnte. Was hatte es auf sich mit dem Schamanen Oda und seinen schemenhaften „dunklen Schülern“, die Collix und Yola bedrohten? Welches Mysterium war in dem Rezept verborgen, und woher kam der Geist jenes stolzen Kriegers, der manchmal Besitz von Yola ergriff ? Was bedeutete die Prophezeiung der geisterhaften Zorai-Hexe, die den Heiltrank bereitet hatte? Auch einer von Odas Schülern hatte sie gemurmelt.

Und dann waren da diese Probleme, die vielleicht die Geschicke von ganz Atys mitbestimmen würden – das „große Spiel“, wie es sein Onkel immer formuliert hatte. Im Moment war Atys, im Großen und Ganzen betrachtet, eine relativ friedliche Welt, auch wenn gerüchteweise die Kitin die stille Selbstbeschäftigung der Homins nutzten, um eine erneute Invasion vorzubereiten. Gelegentlich gab es Versuche, Außenposten auf kriegerischem Wege, durch Scharmützel oder Zermürbung zu erringen; manche benutzten die verschlungenen Pfade der Intrige, andere den dornigen Weg einer flüchtigen, obskuren Zweckgemeinschaft. Gilden bauten ihre wirtschaftliche Macht aus, die vielleicht nur zur Vorbereitung für weitere militärische Macht dienlich sein sollte. Bündnisse wurden bis zum Zerreißen strapaziert. Im besten Falle unbedacht, im schlimmsten kalt berechnend schürten Homins den Haß unter den Religionen, den Völkern, den Gilden. Hochmut und Selbstgerechtigkeit bereiteten einen ungesunden Boden für bittere Früchte. Manches Mal, wenn Ignoranz, Überheblichkeit, vielleicht auch Dummheit vernehmlich über die Lippen eines Homins kamen, dann war Salazar versucht, mit kühler Gelassenheit seinen beißenden Spott über den Urheber zu ergießen. Stattdessen biß er die Zähne zusammen, lächelte – und schwieg. Bittere Wahrheiten spart man sich für enge Freunde auf, wenn man in diplomatischen Diensten steht. Salazar hätte sich nie der Würde beraubt, die einem solchen Amt zusteht, und lieber hätte er sich die Zunge abgebissen, als seiner Gilde und ihrem Ansehen zu schaden.

Und als ob all diese Dinge nicht genügt hätten, dem Matis den Kopf schwirren zu lassen, so gab es zusätzlich noch die vielen kleinen, persönlichen Fragen, die mit Vehemenz immer wieder ihre Stimme erhoben und denen es gelegentlich durchaus gelang, dabei Hörnerschall und Flötenklang der Weltpolitik zu übertönen. Die Sorge um die Gilde beschäftigte ihn natürlich fortwährend, und sein Pflichtgefühl machte es selbstverständlich für ihn, dass er sie bis zur Rückkehr Taures, dem er einst die Treue schwor, so gut als möglich in Ordnung halten wollte.

Er machte sich auch Gedanken um die Seelenqualen, die sein Freund Ayronil mitunter offensichtlich durchlitt: gebürtiger Matis wie Salazar trug er das Herz nicht auf der Zunge, doch Salazar spürte die innere Einsamkeit Ayronils, weil er vielleicht selbst mit diesem Empfindungen nicht unvertraut war.

Rhythmisch pochten Salazars Finger den Einsatz zu einer unhörbaren Melodie auf den schweren hölzernen Tisch, und sein Blick schweifte in eine unendliche Ferne.

Schließlich der einäugige Zorai mit der zerstörten Maske, den er einmal getroffen hatte – wie war sein Name? Yachalis? So wenig seine äußeren Wunden zu heilen waren, so tief verletzt war auch sein Gemüt. Welches Mysterium verbarg sich hinter der barbarischen Tat, die die Kamis ihm zugefügt hatten?

Unablässig kreisten Salazars Gedanken um solche Fragen. Sie interessierten ihn, weil es sich für Homins interessierte; sie bewegten ihn, weil er mit dem Leid anderer mitempfand. Aber sie lenkten ihn auch ab von sich selbst – von seinen eigenen Erinnerungen, seinen eigenen, ganz persönlichen Ängsten, seiner eigenen Seelenpein.

Mit einem Seufzen schloß Salazar die Augen, um in das Dunkel in seinem Inneren hineinzuhorchen, und bereits einen Augenblick später befand er sich in tiefem Schlaf.

(OOC: Damals war Collix, der Wirt der Taverne Zu den vier Ländern in Pyr, entführt und befreit worden. Salazar war, gemeinsam mit seinem Kamigläubigen Freund Ayronil, regelmäßiger Gast in Collix' Kneipe. Dort traf er auch erstmals den düsteren Zorai Yachalis. Ferner war Salazar zu der Zeit auch Beisitzer in der "Stimme der Vernunft" - einer Gruppierung tendenziell pazifistischer Gilden, zu denen auch Chancheys neutrale Free Souls und Mardoks kamistischer Orden der weißen Lilie gehörten, und die gemischtreligiöse Gruppe, die sich später davon löste und Ally of the Four nannte.)

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31 Jan 2009, 02:25
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Freiheit - Gleichheit - Aufteilung ... hehre Worte sind das.

Doch wie leer sind sie, wenn nicht der rechte Geist dahintersteht.

Still Wyler stand jedoch für sie alle - mit ganzem Herzen und wachem Verstand.

Focht er nicht für die Freiheit?
Er stand an der Seite von Yrkanis, um unser Land aus den Fesseln von Jinovitch zu befreien.
Mit seinem letzten Lebenshauch zeichnete er für die Freiheit des Glaubens.

Gleichheit ... Es war Still Wyler, der die Grundlage der Grundrechtscharta verfaßte.
Und er war es, der dafür sorgte, daß es auf Atys keine Sklaverei mehr gibt.

Aufteilung ... Großzügig gab er seine Weisheit allen Völkern, und er respektierte die Grenzen, die sie besitzen.

Still Wyler verfügte über große Qualitäten, und wer immer ihm nachfolgt, der tritt ein schweres Erbe an.

Denn das, wofür er stand, ist etwas, nach dem wir alle streben sollten:

Loyal zu seinem Glauben zu stehen ...
... und treu zu seinem Volk;
Den Freund zu lieben ...
... und dem Feind ehrenvoll gegenüberzutreten.

Das ist ein Beispiel nicht nur für Tryker, sondern für uns alle.

Ich verneige mich vor einem großen Homin.

(Vorsichtig bearbeitete Niederschrift der von Salazar nach dem Trauermarsch für Still Wyler in Fairhaven frei gehaltenen Ansprache)

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Last edited by Salazar on 31 Jan 2009, 13:23, edited 2 times in total.



31 Jan 2009, 02:57
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Kein Laut zu hören - kein Laut als das Murmeln des Wassers, das sanft an die Küste schlug, und das ferne Rauschen eines Wasserfalls am Horizont. Nach der Ermordung Still Wylers hatte Salazar, aufgewühlt, zornig auf sich selbst, diesen abgeschiedenen Platz gesucht und gefunden - eine verwaiste Insel, auf der es nicht einmal einen verirrten Izam gab. Im Stillen hatte er sich selbst verflucht, weil er nicht da war, als Wyler ermordet wurde, als das vielleicht einschneidendste Ereignis seit der Rückkehr aus den Urwurzeln stattfand. Doch der Nexus war ihm nicht wirklich zugänglich - alleine und zu Fuß hätte er es nicht dorthin geschafft, in eine Gegend, die ihm fremd war, in der er sich nicht auskannte. Salazar fühlte sich nutzlos, überflüssig; ein Diplomat ohne Parkett. Eine der von ihm am meisten geschätzten Persönlichkeiten auf Atys war gestorben, die Auswirkungen auf das Zusammenleben der Hominheit waren noch nicht abzusehen - und er war nicht dort gewesen, hatte es nicht verhindern oder dies zumindest versuchen können, konnte nicht zur Aufklärung beitragen - sondern mußte die öffentlichen Anschläge lesen oder sich von anderen Homins, die dort gewesen waren, berichten lassen.

Wie immer, wenn er frustriert war, zog sich Salazar in sich selbst zurück. Die Einsamkeit, die er wählte, war vielleicht nur Symbol für die Leere in seinem Inneren. Er konnte sich selbst nicht helfen; wie konnte er sich dann anmaßen, anderen helfen zu wollen? Ayronil, gefangen in einem Wirbelsturm der Gefühle, oder Chanchey und seinen anderen Tryker-Freunden, die Wylers Tod zerschmettert haben mußte? Und wieviel wert waren seine mäßigenden Worte, die versucht hatten, die Aggressionen zwischen den Machtblöcken, zwischen Fraktionen, zwischen Gilden zu vermindern? Die Jünger Jenas hatten Kamisten in Pyr angegriffen und damit alle Ideale, die sie einst als Mitglied der ehrenwerten Stimme der Vernunft vertreten hatten, über Bord geworfen: mehr noch, sie hatten sogar die Silberdrachen in Scharmützel verwickelt. Auch dort war Salazar nicht gewesen, um seinen Freunden beizustehen; auch da hatte er gegenüber Ayronil versagt.

Mit einer leichten Armbewegung schleuderte er ein Stück Rinde über den Klippenrand in die See. Es hatte zu regnen begonnen, schon wieder, und das Wasser, das Salazars Gesicht und über seine Augen herunterrann, schmeckte salzig. Selbstvergessen starrte er in das Blau, kaum seine Umgebung wahrnehmend ... und schreckte zusammen, als eine vertraute Stimme neben ihm plötzlich sagte: "Schön ist es hier". Salazar grüßte nur knapp. War es nicht offensichtlich, daß er allein sein wollte? Aber die andere Stimme ging nicht weg. Sie war ungezwungen und fröhlich; sie erzählte ihm, daß er an nichts schuld sei, daß er zu viel an andere und zu wenig an sich selbst denke; sie schoß Lücken in seinen Schutzwall aus Eis, und während diese Bastion schmolz, da spürte Salazar deutlich, zu deutlich, wie sehr es ihm nach Wärme verlangte - nach Nähe, nach einer Stimme, die sanft in sein Ohr flüstert. Salazar gab das Grübeln auf und sich dem Augenblick hin. Und er erinnerte sich daran, wie es ist, glücklich zu sein.

(OOC: Kurz, nachdem Gouverneur Still Wyler ermordet wurde - und sterbend den neuen Pakt der Vier Völker unterschrieb - fand ein Trauerzug durch New Trykoth zu seinem Gedenken statt, bei der Salazar auch seine kurzen Worte des Respekts formulierte. Danach zog er sich in die Einsamkeit zurück, nur um von einem befreundeten Homin aufgespürt zu werden, der ihm die schönen Dinge des Lebens unter - *hust* - vollem Körpereinsatz wieder in Erinnerung rief.)

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Last edited by Salazar on 31 Jan 2009, 13:26, edited 2 times in total.



31 Jan 2009, 02:59
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Das Feuer knisterte fast zornig, so, als würde es unter Drohungen neue Nahrung fordern, und es zuckte immer wieder gierig auf, wenn Salazar ein neues Pergament ihm überantwortete. Rechts von ihm lag noch ein ganzer Stapel, der seiner letzten Bestimmung harrte. Das flackernde Licht des Kaminfeuers leckte über die bleichen Züge des Matis. Immer, wenn das Feuer etwas zusammensank und sich Schatten über Salazars Züge legten, schienen lediglich seine grünen Augen wie mit einem Glimmen erfüllt.

Beinahe mechanisch warf er Blatt um Blatt in die gierenden Flammen, fast jedes von ihnen bedeckt mit seiner eleganten, aber beinahe spinnenhaft dünnen Schrift; dazwischen Briefe von Taure, kräftig aufs Papier geworfen, oder die leichtere, feminine Handschrift von Schnee. Für Salazar war jedes dieser Dokumente ein Ausdruck der Loyalität, die er zu seiner Gilde empfand. Jedes neue Aufflackern des Feuers durchzuckte ihn wie ein Peitschenhieb; und jedes Aufflackern löste gleichzeitig ein weiteres Band zu den Malignus Germanitas.

Fast war es so, als würde er die reinigende Kraft des Feuers nutzen, um einen Pakt zu besiegeln – doch in Wahrheit setzte er sich frei von einem Pakt, den er vor langer Zeit geschlossen hatte. In jener Nacht, in der andere Lippen die seinen versiegelt hatten, da hob sich paradoxerweise der Schleier, der so lange seinen Blick umwölkt hatte, und er sah die Welt so, wie sie wirklich war – oder zumindest so, wie sie Bedeutung für ihn hatte, wenn er … leben wollte. Leben. Wann hatte Salazar zuletzt gelebt? Wann hatte er wirklich die Feinheiten im Aroma eines guten matisianischen Weines geschmeckt und ihn nicht nur genutzt, um seinen Schmerz – der wie ein tollwütiger Gingo tief in den Kavernen seines Inneren angekettet war und doch unablässig an ihm fraß, ungesättigt und wild – zu betäuben? Wann hatte er zuletzt diesen Funken in den Augen anderer Homins gesehen, der Glück und Lebensfreude ausdrückte, und sich wirklich mit ihnen gefreut, mit ihnen gefühlt, und sie nicht einfach nur beneidet? Er konnte sich nicht erinnern. Als Taure da war, bestimmt. Aber Taure kam nicht wieder, und kein anderer der stolzen alten Gilde. Die Erinnerungsstücke setzten Staub an – und auch die Erinnerungen; und Salazar erkannte, dass er so staubig und grau wurde wie der Name, den er so lange noch nach außen vertreten hatte, und dass er drohte, mit ihm zu verblassen, zu verschwinden. Er hatte dies lange als Schicksal akzeptiert – bis etwas menschliche Wärme, eine sachte Berührung, Verständnis, Zuneigung und Zärtlichkeit Werte in ihm wachriefen, die er so lange schon vergessen hatte.

Seufzend erhob sich Salazar, nachdem die Glut das letzte Pergament verzehrt hatte. Die Unterlagen über die Geschichte der Gilde hatte er verschnürt auf den Tisch im unteren Stockwerk gelegt, zusammen mit einem Brief; wer wusste schon, ob nicht doch irgendwann wieder einer der Malignus Germanitas diese Räume betreten würde? Alles, was ihm gehört hatte – und etwas mehr – hatte er bereits auf seine Mektoubs verladen; einige Waffen, ein paar Rüstungen, etwas Schmuck. Seine Finger zitterten, als er das Gildenabzeichen von seiner Brust nestelte. Er legte es neben die Schale mit Bernstein. Wie zum Abschied berührte er noch einmal die honigfarbenen, warm schimmernden Harze, um dann schließlich ein einzelnes Stück, das einen glänzenden Käfer in seinem Inneren verschloß, herauszunehmen und nach einer nachdenklichen Musterung in der Tasche verschwinden zu lassen.

Ein letztes Mal wanderte sein Blick durch das Gildenquartier. Beinahe ärgerlich, in jedem Falle hastig, fuhr er sich mit der Hand über die Augen und hinterließ dabei eine feuchte Spur in seinem Gesicht. Dann betrat er den Aufzug, der nach draußen führte. Dort draußen, da lag die Welt. Dort gab es Homins, die stritten und liebten und lachten; einen Wind, der über die Wipfel der Wälder von Matis strich oder sanft die Oberfläche der Seen von Aeden kräuselte. Sein Körper straffte sich, als er den Aufzug verließ - tief sog er die warme, abendliche Frühlingsluft ein - und dann trat Salazar hinaus in die Welt, ein freier Homin.

(OOC: Nach langer Zeit verließ Salazar die Malignus Germanitas und zog als einsamer Wanderer durch Matia.)

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Last edited by Salazar on 31 Jan 2009, 13:27, edited 1 time in total.



31 Jan 2009, 03:04
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Heftig tobte ein Feuer in Salazar. Es verzehrte seine Träume und Hoffnungen von einem friedlichen Matia, und genährt wurde es von unbändiger Wut auf jene, die begonnen hatten, das Land nach einer Phase des Friedens erneut mit Krieg und Zerstörung zu überziehen, den Boden mit Blut zu tränken, den Gestank verbrannten Fleisches über die grünen Wälder und Lichtungen ziehen zu lassen. Blut ist kein guter Dünger. Die Früchte, die auf solchem Boden wachsen, sind bitter und giftig. Haß ist kein guter Dünger, denn die Pflanzen wachsen exzentrisch – niemals gerade in die Höhe, sondern krumm und schief, oder sie kriechen auf dem Boden entlang. Diese Pflanzen blühen niemals. Sie erfreuen keinerlei Auge, sie nähren kein Tier, sie erfüllen keinen Zweck. Doch mit der Zeit graben sich ihre Wurzeln tiefer und tiefer in die einst fruchtbare Scholle, so tief, bis niemand sie mehr entfernen kann; und die Früchte machen jene, die davon essen, so bitter und giftig wie sie selbst es sind, und gekrümmt von niederen Gefühlen schleichen sie so umher, als seien sie die wahren Blüten jener giftigen, hässlichen, bösen Pflanze. Doch mit der Zeit wird der Boden grau und leblos, und dann schlagen die Pflanzen ihre Wurzeln in die Körper und Seelen der Homins und zehren sie auf, bis am Ende nichts mehr von ihnen übrig bleibt. Salazar sah das Bild einer grauen, einer grauenvollen Einöde vor sich; von einem Land, das keinem Homin mehr Heimat bot und das schließlich preisgegeben war den nachrückenden Truppen der Kitins.

Als die Auseinandersetzungen zwischen der „Interessengemeinschaft Matis“ und der „Allianz der Vier“ begonnen hatten, da hatte Salazar für die Allianz und gegen den Krieg Partei ergriffen. Mit Worten hatte er offen gegen viele gefochten, die die Allianz ins Fadenkreuz genommen hatten, und hinter verschlossenen Türen hatte er gesehen, wie die Allianz die Stimme der Vernunft verdorren ließ. Er hatte sich mit dem Hochmut der einen auseinandergesetzt und gleichzeitig unter der Selbstgerechtigkeit der anderen gelitten. Dann hatte die Allianz begonnen, sich selbst zu zerstören – hatte Pyr berannt und eigene Bündnispartner angegriffen, so dass schließlich eine der kamiistischen Gilden die Allianz verließ. Aber andere Gilden rückten nach – zunehmend geschah sogar das hinter einer so hohen Mauer des Schweigens, so dass schließlich niemand mehr wusste, welche Gilden sich der Allianz angeschlossen hatten. Mit der Veränderung der Handlungsweise, die nun die Züge von Wahnsinn – nicht jedoch von dem einstmals postulierten Willen nach Frieden und religiöser Gleichberechtigung - trug, hatte die Allianz Sympathien in der Öffentlichkeit verspielt. Die Verteidiger, auch die getreuesten, verstummten; die Interessengemeinschaft machte hingegen mit einigen zögerlichen diplomatischen Versuchen Boden gut, auch wenn niemand sicher sein konnte, dass diese wirklich ernst gemeint waren. Dann war Sotbo, die einst mit einem diplomatischen Vorgehen in den eigenen Reihen sabotiert worden war, dem Irrsinn verfallen, hatte die Allianz verlassen, die Free Souls ganz alleine angegriffen und verschwand ohne eine Spur zu hinterlassen.

Die Allianz hatte Wooky-Werkstatt eingenommen und damit wieder Fuß in Matia gefasst – ein grundsätzliches Recht, dass Salazar und mutmaßlich viele friedliche Gilden, die längst auf Distanz zur Allianz gegangen waren, ihr zusprach, und als eine kamiistische Gilde sie auf diesem Grund und Boden angriff, da war Salazar darauf vorbereitet, ihnen – wenn es unbedingt sein musste – beizustehen, obwohl ihm Kampf zuwider war. Aber dann hatte die Allianz Berello eingenommen, und es wurde für Salazar offensichtlich, dass es ihr Bestreben war, Matia mit einem Bürgerkrieg zu überziehen, der auf ihrer Seite von den kamiistischen Bündnisgilden gestützt wurde. Als sie Ginti den Krieg erklärten, da zerbrach erneut etwas in Salazar, der seit dem Gemetzel an den Dryaden keinen Schlaf mehr gefunden hatte, und zum ersten Mal seit sehr langer Zeit betrat er einen Außenposten mit dem festen Willen, seine bescheidenen Fähigkeiten in einem Kampf Homin gegen Homin zur Verfügung zu stellen. Mehr als einmal fiel er, mehr als einmal stand er wieder auf; doch wollte er nicht dulden, dass die Allianz neue schwärende, nässende Wunden in den Leib von Matia schlug, völlig ignorant den Bedürfnissen und Wünschen und Träumen seiner Bewohner gegenüber. Das war es, was er Sorenal sagte, als sie sich nach der für die Interessengemeinschaft verlorenen Schlacht auf dem blutgetränkten Boden von Ginti trafen. Sorenal, der einst das große Symbol eines friedlichen, geeinten Atys gewesen war, und der sich nun der Allianz so bedingungslos verschrieben hatte. Salazar hatte ihn damals bewundert und war umso überraschter gewesen, als er sich bei Zerbrechen der Stimme der Vernunft einer Allianz-Gilde angeschlossen hatte. Der Zorai hatte versucht, Salazar vom Friedenswillen der Allianz zu überzeugen. Nun, sein Land war es nicht, das litt; in Neu-Trykoth beteiligten sich die unterschiedlichen Religionsfraktionen innerhalb der Allianz nicht an den eher halbherzigen, aber strategisch geschickten Kämpfen gegen die eigene Glaubensgruppe, in Zora gab die Allianz schon bald darauf Außenposten widerstandslos preis. In Matia aber gab es keine Skrupel. Salazars Augen waren gerötet von Tränen der wütenden Verzweiflung, als sein Mektoub endlich wieder Yrkanis erreichte. War Sorenal so blind? Längst vertrat die Allianz nur noch die eigenen Interessen, und das wesentliche eigene Interesse schien es zu sein, die IntMatis um jeden – jeden! – Preis in die Knie zu zwingen; und wenn der Preis die Vernichtung Matias, die Vergiftung seines Bodens war.

Der Zorai hatte auch von Bastionen gesprochen, von kriegstauglichen Befestigungen, deren Entwicklung gerade betrieben wurde. Davon hatte Salazar noch nichts gehört. Er studierte die Dokumente, die er bei Verlassen seiner alten Gilde mitgenommen hatte, entdeckte jedoch keinen Hinweis; er bemühte das Archiv des königlichen Herolds und die Bibliothek von Ayronil, jedoch ohne Erfolg. Als er Numar, den Fürsten der Elantar, darauf ansprach, vermittelte ihm dieser den Eindruck, als habe die von Thlindae geführte Bibliothek seines Hauses in dieser Hinsicht etwas zu bieten. Doch die Bibliothek der Elantar betritt nur ein Elantar, hieß es. Salazar hatte gelegentlich daran gedacht, sich wieder einer Gilde oder einem Haus anzuschließen; er schätzte keine Gilde höher als die von Chanchey Breggan, in der er viele Freunde hatte – wie den fürsorglichen Chanchey selbst, Wasari, deren Schmuck er trug, den Zorai Shaolin und den Matis Mioncheng oder den hübschen, ungestümen Thy, und zu gerne hätte er mehr erfahren über den finsteren, einäugigen Yachalis und das Geheimnis seiner zerstörten Maske. Doch fühlte er selbst sich zu sanftem, kampflosem Widerstand, für den die Free Souls standen, nicht fähig, gerade jetzt nicht, wo die Leidenschaften in ihm heftig um Vorherrschaft rangen. Er pflegte freundschaftliche Kontakte zu den Argo Navis und ihrem Ersten Offizier Nuvad, vor allem jedoch zu Lylanea, doch die Bewerbung zum Beitritt in einen religiösen Orden, und sei er auch liberal, stand für Salazar nicht wirklich zur Debatte.

Die Elantar waren ein altes Adelshaus ohne politische Macht, denn der Adel Matias war mit den Philosophen des Landes unter der Regentschaft Jinovitchs weggefegt oder ins Exil getrieben worden – so wie Salazars eigene Familie; er selbst war der letzte aus dem altehrwürdigen Geschlecht der Caradini, geboren in dem Jahr, in dem sein Onkel, gemeinsam mit anderen, wie ein wütendes Fanal gegen die Freiheit des Denkens auf einem Scheiterhaufen brannte. Die Elantar waren dem König verpflichtet, was Salazar gefiel, und den Karavan treu, was er ohne Enthusiasmus, aber mit Interesse zur Kenntnis nahm. Salazar mochte Thlindae, den staubtrockenen, aber liebenswürdigen Bücherwurm, und er respektierte Fürst Numar. Bei weitem nicht jeden politischen Schachzug der Elantar hatte er mit Symphatie oder Zustimmung begleitet, doch das Bedürfnis, Matia zu schützen, teilte Salazar unbesehen. Dem karavanischen Glauben beizutreten – das stand auch hier nicht zur Diskussion. Aber vielleicht würden die Elantar ihn auch so akzeptieren, und vielleicht würde er dann Zugang erhalten zu Wissen, das ihm jetzt noch verschlossen war. Dem König Treue und den Elantar – außerhalb seiner Redaktionsarbeit, für die er innere Unabhängigkeit geboten hielt - Loyalität zu schwören, das erschien ihm nicht als ein Problem. Und so setzte er sich nieder und begann einen Brief, den er an Fürst Belain Numar Elantar richtete ...

(OOC: Die Gründe, die dazu führten, dass Salazar schließlich zu den Waffen griff und sich anschließend um die Aufnahme in das Matisianische Adelshaus Elantar bewarb.
Zu diesem Zeitpunkt war er auch Chefredakteur des Königlichen Herold.)

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"Sondierungsgespräche, Sondierungsgespräche ..."

Salazar warf das Schreiben des Informationsbüros auf einen Stapel anderer Dokumente, die sich schon angesammelt hatten.

"Seit Tagen pfeifen die Yber von den Dächern Pyrs herab, daß die Oberhäupter sich getroffen haben, und daß die erste Rede von Ailan Mac'Kean und die Zusammenarbeit mit den Rangern Themen sind, das kann sich sogar ein Holzfäller an seinen verbliebenen Fingern abzählen ... Lady Ailans offizieller Antritt war lange fällig, und das neue Auffanglager bei Silan bedingt das Zweite."

Die Feder folgte, dabei waidwund ihre Tinte verspritzend, der Verkündigung.

"Hoffentlich ist irgendeiner unserer Redakteure in der Nähe, falls es etwas Offizielles gibt - bei der Geheimnistuerei der Vergangenheit und dem Attentat auf Wyler ist freilich ein überraschender großer Auftritt nicht unbedingt zu erwarten."

Gähnend lehnte der Matis sich zurück, verschränkte die Hände hinter dem Kopf, streckte die Beine weit von sich und musterte eher beiläufig seine bleiche, nackte Brust, auf der einige Tintenspritzer zu sehen waren.

"Mmh ... Ich sollte mich waschen, anziehen und nach Yrkanis hinübergehen ... Diese eine Sache geht mir doch nicht aus dem Kopf, und, bei Jena, ich will verflucht sein, wenn der Herold im eigenen Lande nicht zur Stelle ist."

Salazar erhob sich, warf noch einen Blick auf den Papierstapel zur einen und das Kleiderbündel zur anderen Seite und trat dann in das Gewässer, um sich unter dem kleinen Wasserfall auch von der kleinsten Spur Tinte zu befreien.

(OOC: Da alle Artikel des Herolds verloren sind, gibt es zur Invasion der Kitin auf die Almati-Wälder, zur Freilassung des einstigen Cutthroat-Anführers Ydan, zu den ersten politischen Treffen der Herrscher nach der Ermordung Wylers, auf die hier angespielt wird, und zur Entführung des Matisianischen Prinzen Stefano leider keine präziseren Texte als diesen und die nächsten, alle vier aus dem Thread "Vorfälle in Yrkanis" (http://forums.ryzom.com/showthread.php?t=24115), die der Vollständigkeit halber hier enthalten sind.
Der einzige weitere Redakteur des Herolds zu der Zeit war übrigens der verschollene Thlindae von Haus Elantar, durch welchen Salazar Thy - damals bei den Free Souls - besser kennenlernte.)

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31 Jan 2009, 13:11
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Gleichmäßig kratzte die Feder über das Pergament, wurde wieder in Tinte getaucht und setzte ihren ebenso eleganten wie verschlungenen Weg fort:

Eure königliche Hoheit,

mit äußerster Besorgnis registrierte ich den Einsatz von Suchtruppen in den Grünen Anhöhen, und mir ist nicht entgangen, daß sie mit leeren Händen zurückgekehrt sind. Mir ist seit einiger Zeit bekannt, daß ein Mitglied Eurer Familie es zu schätzen scheint, den Palast ohne Schutz und Begleitung zu verlassen, was Euch zweifelsohne Anlaß zur Sorge gibt. Auch in Anbetracht der diesmal offenbar erfolglosen Suche und der Abwesenheit seiner Majestät teile ich Eure Sorge, und stelle in diesem Zusammenhang gerne den Königlichen Herold in Euren Dienst. Solltet Ihr diese Zeitung als Sprachrohr für einen dringlichen Aufruf nutzen wollen, so steht sie zu Eurer Verfügung. Wir möchten in dieser Sache jedoch in keinem Fall mit Meldungen arbeiten, die nicht in Eurem Interesse sind. Ich werde in jedem Fall den Druck der Zeitung noch einen Tag zurückhalten; dann werde ich, wenn Euch das lieber ist, eine reguläre Ausgabe in Druck geben, die auf die bewußten Vorgänge keinen Bezug nehmen.

Bitte laßt mich wissen, wie ich Euch nützlich sein kann; nicht nur der Herold, auch alle meine Gaben stehen stets zu Eurer gefälligen Verfügung.

Stets Euer Diener,

Salazar


Salazar bestreute das Blatt mit Sägespänen, faltete es anschließend sorgfältig zusammen, versiegelte es und übergab es einem Boten. Dann hockte er sich wieder auf den Hügel und beobachtete, wie der Bote den Brief in den Palast brachte. Jetzt konnte er nicht mehr tun, als zu warten ...
----------------------------------------------------------------------

Am darauffolgenden Tag sah man Salazar in noch größerer Hast als sonst mit Druckfahnen hantieren, von der Druckerei zur Redaktion und wieder zurück eilen, die bleichen Züge mit einem ungewohnten Anflug von Röte gefärbt. Und das eine Blatt in seiner Hand - trug es nicht das Siegel des Königshauses? Was mochte geschehen sein; und wann, ja wann würde der Herold wohl am Zeitungsstand ausliegen? Salazar kniff nur die Lippen zusammen, wenn man ihn darauf ansprach, und eilte wortlos weiter ...


(OOC: Aufgrund des oben zitierten Schreibens erhielt Salazar einen Brief aus dem Königshaus, der exklusiv im Herold abgedruckt wurde und der zur großen Hilfsaktion zur Errettung des Prinzen führte. Dazu mußten drei Aufgaben erfüllt und mit dem Ertrag der Prinz freigekauft werden.
Im Verlauf der Aufgabenerfüllung trat auch eine der seither nicht wiedergesehenen "Schwestern Jenas" auf.)

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31 Jan 2009, 13:20
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Ich glaube nicht, daß es einen Grund gibt, unser Volk zu verspotten; es ist das Vorrecht der Jugend, unbedacht zu sein, und kein noch so prächtiger Käfig beherrbergt einen Izam, der ihm nicht entfliehen möchte. Man könnte dem Prinzen höchstens Nachlässigkeit im Studium der Geschichte Atys' vorwerfen, in der durchaus vergleichbare Vorfälle verzeichnet sind.

Zur Dreistigkeit der Entführer habe ich mich an anderer Stelle geäußert. Ja, wir sind - in einem gewissen Rahmen - erpreßbar. Aber unser Land läßt Kinder reifen, die den Willen und die Kraft besitzen, diese Forderungen zu erfüllen; und es läßt Frauen und Männer heranwachsen, die den Samen freundschaftlicher Liebe in anderen Homins ausbringen, so daß nicht nur Matis, sondern Bewohner unserer ganzen Welt sich bemühen, den Prinzen zu retten. Auch wenn es nicht die Absicht der Entführer ist, aber sie erteilen uns und ganz Atys eine Lektion: eine Lektion in Anstand und Moral, in Demut und Stolz, in Freundschaft und in Verantwortung. Nicht zu handeln hieße, verantwortungslos und unmoralisch zu sein, hochmütig und egoistisch. Dem Narren sind die Schellen an seiner eigenen Mütze die ganze Welt.

(OOC: Obige Glosse war eine Replik auf bissige Äußerungen von Mikira, Leiterin der Corobie Margus, die die "Verantwortungslosigkeit" des Prinzen Stevano kritisierte.)

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31 Jan 2009, 13:34
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