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„Nebel steigt auf über Jen-Lai. Wie ein giftiges Miasma bedeckt er mehr und mehr von der üppigen Vegetation der Verdorrenden Lande, verhüllt Dinge, die kein Weiser zu erklären vermag. Besorgt blicken die Zorai den dicken Schwaden nach und fragen sich, was jene Schleier den Augen auch der Aufmerksamsten entziehen. Herden von Tieren, die man hier nie oder selten gesehen hat, wandern in einem scheinbar ewigen Kreis von Außenposten zu Außenposten, zu den neuralischen Punkten der Rinde, unter denen sich seit jeher die Sapknoten des Reiches jener, die sich selbst der Erleuchtung so nahe fühlen, liegen. Knotige Wurzeln brechen überall hervor und lassen den Wanderer dort straucheln, wo er vertrauten Boden unter erprobten Füßen wähnte. Der Himmel wird verdunkelt von ihren unendlich größeren Geschwistern, die fett angeschwollen sich mehr und mehr der Rinde zuzuwenden scheinen. Schon kann man dichten Bewuchs auf ihrem Rücken erkennen. Ob sie wohl bewohnt sind? Die Antwort könnten die Zorai früher herausfinden, als es ihnen lieb ist.“

Der schlanke, ernste Matis taucht seine Feder in die violette Tinte, die das bernsteinerne Faß nur noch zur Hälfte füllt, und schreibt weiter.

„In der Zwischenzeit mögen sie sich über die Yelks wundern, die, wie von einem unerklärlichen Wahnsinn befallen, jeden Homin attackieren, der ihren Weg zu kreuzen wagt. Sie mögen grübeln über jenen finsteren Homin ihres eigenen Geblüts, der um die Außenposten schleicht und Hand an die Bohrer legt, auch wenn deren Besitzer nicht bemerken können, dass sich an dem Profit, den ihr Grund und Boden abwirft, etwas verändert hat. Die jüngeren Zorai zucken mit den Schultern, die Törichten unter ihnen messen all dem keine Bedeutung bei. Die Älteren beten zu ihrem Götzen und hoffen darauf, dass die Kami den großen Weisen Mabreka-Cho erleuchten werden, damit er die Dinge auch ohne ihre Hilfe ins rechte Lot bringt. Doch so groß ist Mabreka-Chos Weisheit, dass er sich an die Homins selbst wendet, und groß mag auch sein Schmerz darüber sein, dass die Kinder seines eigenen Landes mit stumpfen Gesichtern, kalten Herzen und leeren Köpfen darauf hoffen, dass sich alles von alleine zum Guten wendet. Die Kinder der Seen waren da, als er um Hilfe bat; aus der Wüste waren einige gekommen, um seinen Worten zu lauschen; die Königliche Akademie und der Adel aus dem Reich der Wälder reichte eine helfende Hand. Doch seine eigenen Kinder, alle, bis auf einen, verweigern ihre Gefolgschaft.“

Eine erneute Unterbrechung, ein erneutes Eintauchen, und wieder kratzt die Feder über das Papier, tanzt einen präzisen, so leichtfüßig wie schrittgenauen Tanz, um es mit Schriftzeichen zu bedecken, an der auch ein geübter Kalligraph sein Gefallen gefunden hätte.

„Liccio Chialdo, der den königlichen Botaniker Cuiccio Perinia vertrat, legte die bei den jüngsten Forschungen der Akademie gewonnenen Erkenntnisse dar, die gemeinsam mit der Karte Nuzanshi Ri-Jians zwar die Veränderungen dokumentierten, aber keine präzisen Rückschlüsse auf Ursache und Folgen zugelassen haben. Auch Wissenschaft braucht Zeit, doch ist es gerade die Zeit, die knapp zu werden scheint. Immerhin werden die Außenposten nun bewacht, so dass ein Übeltäter selbst im Dunkel der Nacht und im Schutze des Nebels nur sehr schwer seinem finsteren Tun nachzugehen vermag. Ist es wirklich eine Lösung, die Yelks zu bejagen? Ist dies nicht ein verzweifeltes Ringen mit Symptomen, während die Ursache mit der Kraft eines urzeitlichen Slaveni langsam, aber sicher das Land zu erdrosseln droht? Aber vielleicht beruhigt Zorai seine Kinder mit Taten, mit der Illusion von Erfolgen, während der Weise betet und träumt und auf die Eingaben Ma-Duks hofft.“

Pause. Feder, Tinte, Papier.

„Ich beneide Mabreka-Cho nicht. Längst haben viele seiner Kinder mehr Gefallen daran gefunden, das Goo zu ernten und in den Drogenhöhlen Zoras jungen Initianten und desillusionierten Maskenträgern zu verkaufen, als sich dessen Bekämpfung zu widmen. Längst mag der Glaube der Zorai nicht mehr sein als eine sinnentleerte Option auf die Ewigkeit der Seele, ein merkantiles Hoffen auf die Gnade einer Gottheit, die sie nicht vor einer Dunkelheit schützt, welche den Himmel mehr und mehr verbirgt, und die den Nebel und die fremden Lichter und die tollwütigen Bestien über ein Land kriechen lässt, das dem Lichte Jenas schon so lange abgeschworen hat.“

Ein letztes Pausieren, ein Studium des Geschriebenen. Korrekturen hie und da? Nein. Der Kopf wird leicht geschüttelt, dann weiße Asche über das Blatt gestreut, um die Tinte zu trocknen. Der schlanke Matis mit den ernsten Zügen bläst die Asche herunter und setzt nach einem Augenblick, wie als nachträglichen Gedanken, schwungvoll seine Unterschrift auf das Dokument:

„Salazar Caradini
Filira Matia
Erster Seraph des heiligen Ordens der Argo Navis
Im Jahre Jenas 2553“

(OOC: Geschrieben anläßlich beträchtlicher Veränderungen der Natur in Zorai und der Untätigkeit der dortigen Bevölkerung. Die Ursache der Veränderungen, hervorgerufen durch einen von Kitin-Ausschachtungen erzeugten Sapstau, konnte mit Hilfe der Homins Atys' beseitigt werden.)

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21 Aug 2010, 22:08
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The big, round, amber-green eyes were full of both fascination as well as imbecility at a world filled with sounds, smells and movement. They tried to follow the swarming all around, the hastening, phantom-like shadows in the dim light of a sinking sun over the fertile plains. In the air there was the faint fragrance of wild flowers, outweighed by the spicy, resinous scent of well-seasoned wood, of perfume and sweat and roasted Cratcha buds. The tapestry of noises woven by shouts and laughter was accentuated by the howling of the Ragus in safe distance, who saw their hunting grounds invaded and lost, at least for this night.


The eyes closed very slightly, rosy lips were sucking at the safety of a tiny thumb, the small face was buried in all comfortable, motherly warmth, in the scent of security and protection, and only wrenched from it as it heard a familiar, warm voice speaking up loudly from afar. The large eyes, which still missed the focus which makes a little, larva-like Homin a seeing one who staggers on his way of exploring the large world around, were twitching above the sea of waving shadows. Its tiny arm was pointing at nowhere, while the lips were burbling something like “Sasasar”. But the warm, melodious voice became silent without having kissed round, daintily reddened cheeks, and instead the shadows swayed faster, the shouting became louder, and the spicy air mixed with an astringent smell that’s intensity promised much more than just a hot meal.


Reflected in the large, green eyes was suddenly a blazing, flickering red, the crinkling and crackling noise was drowned by a single, wailing tune which turned into a yell like the tiny, well-formed, smooth ears had never heard before. It sounded familiar somehow, like the melodious, soft voice, but at the same time so sad and painful and full of sorrow that the little, filial eyes filled with tears. A whimper escaped the tiny throat and mixed with that yell. The little Homin felt squeezed at its mother’s breast, which also trembled in an oppressed sobbing. A becalming scarf was dragged over the infant’s face, and the mother and her bundle hastened away from this place.


That night the pyres burned briskly at the gates of the grand, proud city.

(OOC: Wiedergefundene Übersetzung eines verschollenen Fragments, das die Zeit der Jinovitch-Diktatur am Tag der Hinrichtungen der Matis-Philosophen schildert.)

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Last edited by Salazar on 07 Apr 2011, 12:27, edited 1 time in total.



02 Dec 2010, 00:36
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Tryker!

Heute war ein großer Tag für das Seenland!

Ich stehe hier als Vertreter Matias: Als solcher wünsche ich Euch im Namen des Reiches der Matis eine glückliche Hand.

Ich stehe hier als Priester Jenas und wünsche Euch ihren Segen und ihren Schutz.

Ich beglückwünsche Neu-Trykoth zu diesen revolutionären Schritten und die Kandidaten zu ihrer Ernennung.

Ich danke für die Aufmerksamkeit. Jena mit Euch allen.

(OOC: Kurze improvisierte Ansprache nach der Unterzeichnung der neuen Verfassung Neu-Tykoths und der Ernennung der ersten gewählten Abgeordneten der neuen Nationalversammlung der Föderation)

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17 Jan 2011, 00:35
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Das Vorletzte Fragment hatte mich dazu bewogen, damals, diesen Text von Eta zu schreiben, der als Jinovitch-anhänger dem Säugling Salazar begegnet. Sozusagen. Leider ist er für immer verschollen, da er im alten Forum zuliegen kam, als dieses im Öther verschwand. :/ Schade drum. Allein die Tatsache, dass ich mich immer noch mit einem Schauer daran erinnere bestätigt wohl, dass es eine der besten Kurzgeschichten war, die ich je verfasst habe.

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23 Feb 2011, 06:10
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(OOC: Ja ... Ich wär auch froh, wenn mein Orignaltext noch da wäre und nicht die hinkende Übersetzung. =/)

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26 Feb 2011, 12:25
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Salazar ließ seinen Blick über den Rand der Klippe wandern, bevor er sich wieder den Zelten zuwandte. Mehr seinem eigenen Inneren zugekehrt als der Schönheit der Grünen Anhöhen machte er einige Notizen und steckte seine Papiere anschließend in die Innentasche seiner Robe. Sein Gesicht verriet kaum etwas über seine inneren Befindlichkeiten. Die, die ihn gut kannten, hätten jedoch an vielen kleinen Details sehr wohl bemerkt, dass er nervös war und unzufrieden. Das ausfallende Auftreten von Curtos auf der Sitzung des Adelsrates hatte er längst abgehakt, zumal er den Ball gelassen nach Fyros und dem Akenak hatte zurückspielen können.

Der Brandanschlag in Yrkanis hatte ihn jedoch beunruhigt; feige Anarchisten unter den Deckmantel braver Bürgerlichkeit waren eine unerwartete Bedrohung, wobei viele Möglichkeiten zu bedenken waren. Ein verrückter Fyros-Fundamentalist war da das harmloseste Szenario, eine gezielte Kampagne, um Unfrieden zwischen der Wüste und den Grünen Anhöhen zu stiften, das beinahe schlimmste. Die wirklich schlimmste Vorstellung - und in seiner methodischen Art zog Salazar auch diese ferne Möglichkeit durchaus in Betracht - war die, dass Lykos selbst eine Situation schaffen wollte, die die Matis zu einem Gegenschlag anregen sollte und im Gegenzug den Stand des potentiellen Erben des greisen Imperators im eigenen Lande festigen.

Schließlich war auch festzuhalten, dass die Bedrohung durch die Kitins längst nicht vorüber war. Er hatte sehr wohl bemerkt, dass der Karavan und auch die Ranger Truppen im Almati-Wald abgezogen hatten, und er wußte aus eigener Ansicht, dass der Karavan die Ausgänge des Kitinbaus im Süden Matias aufmerksam im Auge behielt. Auch hatte Seine Majestät, König Yrkanis, dem Ansinnen des Adelsrates entsprochen; Salazar selbst saß gerade im Lager der königlichen Truppen, die die südliche Grenze des Majestätischen Gartens bewachten. Hier, an dieser Enge, die das Zentrum des Reiches mit dem Sumpf verband, mußten die Kitins durchkommen, sollte ihr Ziel das gleiche sein wie beim ersten Mal. In jedem Fall sicherten die Truppen damit den bewohnten Teil Matias vor einer Bedrohung, die aus dem tiefen Süden kam.

Hoffentlich.

Salazar blickte über die Grenze hinweg, dorthin, wo die Gingos und Ragusse ihre Beute rissen, und noch weiter, bis sich sein Blick verlor, und er zitterte vor einer Kälte, die wie eine eisige Klaue sein Herz umfasste.

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01 Mar 2011, 23:37
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Der schlanke, bleiche Matis glitt von seinem Mektoub, tätschelte dessen vernarbten Hals, der von langen Ritten aus der Zeit der Lagerbauten zeugte, und nickte Anichi di Varello lächelnd zu. Dann ließ er seinen Blick die Grenze entlangwandern, welche nun von Fackeln erhellt wurde, und stellte zufrieden fest, dass die Patrouillen noch einmal aufgestockt worden waren. Seine Bitte war also nicht auf unfruchtbaren Boden gefallen.

Immerhin - nicht alles war in den letzten Tagen so reibungslos verlaufen. Die Nachricht, dass zumindest einer der Kipekoos in Neu-Trykoth sein scheinbares Ziel erreicht hatte und ein Loch in die Rinde gegraben hatte, war bedenklich. Die wiederholten Kitinwanderungen in Zorai und Matia konnten ihr Ziel zwar nicht erreichen, waren aber nur durch den aufopfernden Zugriff von Homins aller Länder verhindert worden.

Die Suche nach einer Adeligen mit dem Namen "di Ende" widerum hatte erwartet zu keinem positiven Ergebnis geführt. Es schien offensichtlich, das finstere, anonyme Kräfte die angespannte Situation ausnutzen und die Matis und die Fyros gegeneinander aufbringen wollten. Salazar war froh, dass es auch im Akenak vernünftige Kräfte gab, die verhindern halfen, dass die Provokationen zu einen giftigen Gemisch verkochten.

Schließlich beunruhigte ihn die Situation in Pyr ganz grundsätzlich. Die Gerüchte über die gesundheitliche Verfassung Dextons waren alles andere als ermutigend. Dexton jedoch, bei allen Vorbehalten, war ein verläßlicher, weil auch berechnenbarer und ehrenhafter Herrscher. Eine Destabillisation des Wüstenlandes durch Dextons Ableben könnte unter einem unberechenbaren Erben jedoch eine künstliche Festigung nationalen Zusammenhalts durch militärische Abenteuer befördern. Der Gedanke daran ließ Salazars Züge sich verfinstern.

Schlußendlich: warum waren keine Kitinbewegungen in Fyros bemerkt worden? Was könnte der Grund für die Tyrannen der Tiefe sein, das Wüstenland zu umgehen? Aus irgendwelchen Gründen waren geographische Gegebenheiten keine befriedigende Antwort für den Filira.

Salazar lief die Truppen ab, plauderte mit den Soldaten, scherzte. Er wußte wohl, dass die beträchtliche Anspannung derlei Ventile erforderte, und Anichi hatte ihm am Vortag bestätigend erklärt, wie aufbauend es für die Wächter des Reiches der Grünen Anhöhen war, die Unterstützung der Legislative zu erfahren, die Präsenz und Fürsorge des Adels zu spüren. Die gerüsteten Frauen und Männer taten ihre Pflicht, Salazar tat die seine. Doch er wußte - und hoffte, dass sie es spürten - dass er mit gleicher Leidenschaft seine Heimat liebte wie sie, und dass er bereit dazu war, die gleichen Opfer zu bringen.

Der Matis segnete das Lager und erbat Jenas Schutz und Hilfe. Dann schwang er sich wieder in den Sattel. Er verabschiedete sich von Anichi mit einem warmen Lächeln, winkte den Soldaten und ritt zurück in die Stadt. So viel zu tun, so wenig Zeit. Aber in wenigen Stunden würde er wieder hier sein, vielleicht mit frischen Käse, warmem Brot und Süßigkeiten - Kleinigkeiten, sicher, aber Dinge, die den trostlosen Dienst für die Soldaten angenehmer gestalteten. Und er würde bei ihnen stehen und beten und warten.

Sie würden wieder kommen. Dessen war er sich sicher. Sie würden wieder kommen, und Matia mußte darauf vorbereitet sein.

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05 Mar 2011, 14:33
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ooc: Ausgezeichnet und mit dem Funken der Liebe die für uns Atys ausgemacht. Es wäre schön gewesen wenn das Adelsspiel was sich schon seit einiger Zeit wieder entfaltet auch zu unserer größeren Zeit da gewesen wäre.
Alles gute Sal und danke für das Fragment!

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Der Weg zur Hölle ist mit guten Vorsätzen gepflastert. - Salazar

Es ist immer noch Zeit für einen allerletzten Moment. - Der Tod


13 Mar 2011, 16:55
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Salazar gähnte herzhaft, den Handrücken instinktiv vor den Mund gehalten. Derlei gute Manieren waren nicht nötig - er saß allein vor seinem Schreibtisch, der vor gar nicht so langer Zeit noch ordentlich und aufgeräumt, jetzt aber von einem wilden Wust von Papieren bedeckt war. Er warf einen besorgten Blick auf den Haufen Kleidung neben dem Schreibtisch, Kleidung, die die jüngsten Vorfälle nicht gänzlich schadlos überstanden hatte und dringenden Flickwerks bedurfte, und zog mit der Linken den aus dünnen, feinen, leicht glänzenden Materialien gewebten Hausmantel enger um seine Schultern.

Diese verdammten Kitins! Aber erneut hatten sie die Eindringlinge in den Grünen Anhöhen zurückschlagen können; den Anführer hatten sie schließlich in Davae gestellt und zur Strecke gebracht. Salazar hätte schwören können, daß das fliegende Ungetüm ein Wimmern von sich gegeben hatte, als es verendete - in jedem Fall eine Lautäußerung, die man mit viel Phantasie auch als Sprache hätte deuten können. Ihn schauderte bei der Vorstellung, die Kitins wären tiefer ins Reich eingedrungen und hätten ihr Ziel erreicht, um dort ein neues Nest zu bauen. Erneut war er froh darüber, dass die Königliche Garde auf Bitte des Adelsrates hin Truppen an der Südgrenze des Majestätischen Gartens hatte aufstellen lassen; ohne deren Hilfe hätte die Situation längst unerfreulicher werden können.

Der zweite Blick des Filira galt seinem Schreibtisch und dem darauf scheinbar wild verteilten Papier, unter dem er irgendwo auch eine Tasse dampfenden Tees vermutete. Er wartete auf das Auftauchen von Rauchzeichen. Diese blieben jedoch aus.

Kitins. Fyros. Barbaren begehren Einlaß an den Toren des Reiches. Bisher hatte er dem Wüstensohn, der von der Königlichen Garde in Verwahrung genommen worden war, noch keine Aufwartung machen können. Dieser war mit einer größeren Gruppe schwerbewaffneter imperialer Nationalisten in Matia einmarschiert, um den Stamm der Matisianischen Grenzwächter zu überfallen und so den von diesem Stamm in Gewahrsam genommenen Fyros-Gelehrten Apocasus Menix zu befreien. Selbstverständlich war dieses Vorgehen in höchstem Maße illegal. Die Grenzwächter hatten Menix ergriffen, nachdem in Yrkanis ein Brandattentat mit Bekennerschreiben einer "Imperalen Garde" stattgefunden hatte. Den Übereifer der Grenzwächter, die freilich nicht im Sold des Königs standen, in Menix aber den Attentäter vermuteten, mochte man bedauern - andererseits zeugte er von einer erfreulichen Wachsamkeit.

Die ganze Situation wäre freilich nicht zustande gekommen, hätten die Fyros den Gelehrten mit angemessener offizieller Begleitung ausgestattet und Menix die Einladung des Adelsrates mitgeführt. Auch hatte niemand im Wüstenland auch nur im Entferntesten daran gedacht, den Rat oder den Hof darüber zu informieren, wann Menix einzureisen beabsichtigte. Tatsächlich stellte sich heraus, dass der Akenak, dass niemand in offizieller Funktion im Imperium überhaupt wusste, dass Menix gereist war - der Akenak hatte sogar angenommen, der Gelehrte befände sich längst in Yrkanis, was ein interessantes Licht darauf warf, welche Aufmerksamkeit die Regierungsorgane in Fyros ihren großen Akademikern und den politischen Verbindungen zu den Grünen Anhöhen widmeten.

Bevor daraufhin die regulären Mühlen der Diplomatie mahlen konnten, hatte der Sharümal des Imperiums, Lykos, die Geduld des Königreiches auf eine harte Probe gestellt, indem er sich erdreistete, Matia ein Ultimatum zur Auslieferung des Gelehrten zu stellen - eines Gelehrten, den er nicht einmal vermißt hatte, bevor er von dessen Sicherungsverwahrung erfuhr. Lykos bemühte sich weder um Manieren, noch Form, sondern drohte Matia offen mit einem militärischen Einfall in den Grünen Anhöhen - also mit Krieg; als angemessenen Weg der Übermittlung bemühte er auch keinesfalls einen Izam oder - was angemessen gewesen wäre - einen Boten, sondern stattdessen einen Aushang an den Ställen überall auf Atys. Salazar schnaufte kurz. Aushang an den Ställen - was für eine Ironie, und doch irgendwie ... passend.

(Fortsetzung unten)

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Last edited by Salazar on 07 Apr 2011, 15:37, edited 1 time in total.



07 Apr 2011, 15:30
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(Fortsetzung von oben)

Die Situation, die durch die grobschlächtige "Diplomatie" des Sharümal erzeugt worden war, drohte zu eskalieren, als jene bewaffneten Imperiums-Nationalisten kurz vor Ablauf des Ultimatums in den Grünen Anhöhen einmarschierten, um etwas verfrüht das Begehren Lykos' mit dumpfer Waffengewalt durchzusetzen. Die Fytos hatten offenbar mit Gelassenheit zugesehen, wie bis an die Zähne bewaffnete Krieger die Wüste verließen und nach Matia marschierten. Salazar war bei dieser Nachricht jedoch sofort zu den Grenzwächtern aufgebrochen, um eine Eskalation möglichst zu verhindern.

Erwartungsgemäß marschierten die Barbaren direkt zum Lager der Grenzwächter, wo Salazar ihnen entgegentrat und zum Niederlegen der Waffen aufforderte. Er erinnerte sie daran, dass sie - falls mit dem Segen des Sharümal aufmarschiert - den Vertrag der vier Völker brächen und einen Krieg heraufbeschwören würden - oder aber sie ihrer eigenen Heimat beträchtlich und in hochverräterischer Absicht schaden würden, abgesehen von dem hochkriminellen Verhalten gemäß der Rechtsprechung der Grünen Anhöhen.

Die Fyros ließen sich von ihrem Vorhaben jedoch nicht einmal abbringen, als Seine Majestät, König Yrkanis selbst am Turnbrückenweg erschien. Daraufhin überwältigten die Grenzwächter mit der Hilfe von Homins verschiedener Nationen die schwerbewaffneten Eindringlinge. König Yrkanis ordnete die Festnahme des Anführers an und befahl den Grenzwächtern die Freilassung des Gelehrten, der daraufhin zurück in die Wüste geleitet werden konnte.

Damit war ein Symptom zunächst beseitigt, jedoch keiner der Ursachen abgeholfen worden. Noch immer lag der Imperator im Sterben und die Politik des Imperiums in den Händen seines Sohnes; noch immer waren die Anarchisten, die in Matia Anschläge verübten, ebenso ungefaßt wie jene, die Attentate in Fyros durchführten.

Salazar hatte von Anfang an gemutmaßt, dass hinter den Urhebern, hinter der "Imperialen Faust" und "Envine di Ende" die gleichen Kräfte wirkten. Diese Mutmaßung hatte neue Nahrung erhalten, als Ermittlungen des Akenak unter Leitung von Stiara O'Brian zu dem gedungenen Meuchler führten, welcher eine Händlerin bei den Grünen Samen überfallen hatte. Der Fyros wurde in Zorai gestellt und beteuerte dort, zur Tat erpreßt und gezwungen worden zu sein. Er legte einen Teil eines Briefes vor, von dem Salazar bereits die zweite Hälfte - den eigentlichen Auftrag und die versprochene Summe - in seinem Besitz hatte. Der Brief war von der Imperialen Faust unterschrieben - jedoch war schwach zu erkennen, dass die Urheber zunächst versehentlich mit "Envine di Ende" unterzeichnet hatten. Damit wurde für den Filira Vermutung zur Gewißheit.

Die Fährte führte zu einem Lager im Labyrinth des Oberen Sumpfes, unweit des Durchbruchs der Kitins. Mit Hilfe von Homins aller Nationen und unterstützt durch die Garde des Königs konnten die Anarchisten gestellt, nach schwerem Gefecht überwältigt und die Matisianische Anführerin der Envine di Ende wegen Hochverrats in Gewahrsam genommen werden. Ihre Andeutungen, wer tatsächlich das planerische Gehirn hinter den Anschlägen gewesen sei, welche offensichtlich einen Krieg provozieren und "Matia zu alter Größe führen" sollten, hatten dem Filira seither unruhige Nächte bereitet. Er hatte sicherheitshalber eine Anforderung an die Garde geschickt, der Verräterin besonders schwere Bewachung angedeihen zu lassen und ihn bei jedem Vorfall sofort zu unterrichten.

(Fortsetzung unten)

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07 Apr 2011, 15:31
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